Düsseldorfer Arbeitgebertag mit Vertretern aus dem Rhein-Kreis Demokratie und Freiheit als „Wohlstandsfundament“

Neuss/Düsseldorf · Was macht eigentlich Wohlstand aus? Dieser Frage ging die Neusser Unternehmerin Jutta Zülow beim Düsseldorfer Arbeitgebertag nach. Zudem gab es interessante Einblicke des Rheinmetall-Chefs.

 Beim Arbeitgebertag (v.l.): Peter-Sebastian Krause (Rheinmetall), Armin Papperger (Rheinmetall), Jutta Zülow (Zülow AG/Unternehmerschaft), Oberbürgermeister Stephan Keller und Michael Grütering (Unternehmerschaft Düsseldorf).

Beim Arbeitgebertag (v.l.): Peter-Sebastian Krause (Rheinmetall), Armin Papperger (Rheinmetall), Jutta Zülow (Zülow AG/Unternehmerschaft), Oberbürgermeister Stephan Keller und Michael Grütering (Unternehmerschaft Düsseldorf).

Foto: Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung/Frank Wiedemeier

Rund 300 Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft nahmen am diesjährigen Arbeitgebertag der Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung im Van der Valk Airporthotel teil, der von der Neusser Unternehmerin Jutta Zülow und Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller eröffnet wurde.

Höhepunkt der Veranstaltung war der Talk des WDR-Journalisten Uwe Schulz mit Armin Papperger, dem Vorstandsvorsitzenden der Rheinmetall AG, der seit 2013 an der Spitze des Düsseldorfer Rüstungs- und Technologiekonzerns steht. Thema: Wie und was die deutsche Rüstungsindustrie zur Stärkung der sicherheitspolitischen Rolle Deutschlands und zur technologischen Souveränität Europas beitragen kann.

In dem Talk wurden durchaus auch problematische Sujets erörtert. Papperger unterstrich, dass der Krieg in der Ukraine die deutsche Sicherheitspolitik grundlegend verändert habe, und dass sich das auf die Geschäftsentwicklung von Rheinmetall auswirke. Er sagte, dass Rheinmetall eigentlich ein innovativer Technologiekonzern sei, aber zukünftig 80 Prozent seines Umsatzes im Rüstungsbereich machen werde. Er bilanzierte: „Wir werden in den nächsten Jahren extrem wachsen.“ Allein 2024 soll der Umsatz um 40 Prozent steigen.

Dass sein Unternehmen moralische Grenzen überschreite, wies der Rheinmetall-Chef deutlich zurück und erklärte: „Wir setzen uns immer für die Sicherheit und Freiheit unserer Länder ein.“ Er fügte hinzu: „Wir schützen ja letztendlich unsere Gesellschaft.“

Startpunkt der Veranstaltung war die Eröffnungsrede von Jutta Zülow, Vorsitzende der Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung, die der Frage nachging, was unseren Wohlstand eigentlich ausmacht. Wohlstand sei für sie nicht das Bankkonto oder Geldvermögen, so die Unternehmerin. „Eine Grundlage unseres Wohlbefindens ist vielmehr die sozial-liberale Marktwirtschaft, für die wir Unternehmen, wir Arbeitgeber und wir Arbeitnehmer, und die damit verbundenen Wertschöpfungsketten stehen. Unser Wohlstandsfundament aber ist Demokratie und Freiheit“, betonte Jutta Zülow. Aktuell, so die besorgte Unternehmerin, diagnostiziere sie aber einen großen Wohlstandsverlust: „Übermut und Leichtsinn haben uns dahin geführt.“

Ein weiteres Highlight war die feierliche Verleihung des „Rheinischen Innovationspreises“ durch Laudator Steffen Pörner, Mitglied im Beirat der Unternehmerschaft Düsseldorf und Geschäftsführer des Bankenverbandes NRW. In diesem Jahr ging der Preis an das Neusser Unternehmen Maschinenfabrik Reinartz GmbH & Co. KG für sein innovatives Trennverfahren.

(jasi)