Rhein-Kreis Neuss: Oldtimer begeistern bei der Kniest-Kul-Tour

Historische Autos fahren durch den Rhein-Kreis Neuss : Oldtimer begeistern bei der „Kul-Tour“

Am Samstag rollte Automobilgeschichte durch den Rhein-Kreis. Viele Zuschauer staunten bei der Kniest-Kul-Tour über die Oldtimer.

Nachdem Werner und Susanne Hettchen zwei Mal mit ihren Oldie-Käfern die Kniest-Kul-Tour des Neusser Motor-Sport-Clubs (NMSC) gewannen, durften sich am Samstag bei der 17. Auflage der Oldtimer-Rallye durch den Rhein-Kreis Neuss Sohn Daniel Hettchen und Sarah Koischwitz mit ihrem Mercedes 280 S mit Siegerkranz, Pokal und Blumen schmücken. Während die Eltern diesmal den achten Platz belegten und Matthias und Katja Hettchen mit ihrem Simca 5 auf den vierten Platz in ihren Klassen kamen.

Bei bestem Cabrio-Wetter waren am Samstag 90 Old- und Youngtimer vom Autohaus Kniest in Neuss auf die Reise durch den Kreis gegangen – zwischen Start und Ziel von vielen Menschen in den Städten bewundert und für die Teilnehmer selbst gespickt mit historischen, kulturellen und landschaftlichen Sehenswürdigkeiten.

Bei Boxenstopps in Neuss, Liedberg, Dormagen und Büttgen war für die Zuschauer ausreichend Gelegenheit zum Anschauen, Fachsimpeln und Fotografieren der automobilen Hingucker BMW 635 CSi, Austin-Healey 3000, Chevrolet Corvette C1, Opel Manta 400, NSU TT, diverse Mercedes-, BMW-und Porsche-Modelle, Citroen DS 23 und die Staatskarosse Mercedes 600. Auch Exoten wie ein Alfa Romeo-Sportwagen und amerikanische Bollermänner waren dabei. Und natürlich richtig alte Schätzchen wie ein Citroen 8 CV Rosalie aus dem Jahr 1933 und ein MG aus demselben Baujahr. Das Autohaus Kniest hatte mit Hilfe von Michael Entrup für gutes Essen gesorgt, die Dekra-Prüforganisation nur sichere Oldtimer auf die Straße geschickt, die Sparkasse Neuss Preise gestiftet und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke wiederum die Schirmherrschaft übernommen.

Was ist das Erfolgsgeheimnis einer Gesamtsieger-Mannschaft, so die Frage an Daniel Hettchen und Sarah Koischwitz. „Da kommen einige Faktoren zusammen. Ein Schuss Unbekümmertheit, eben aber auch Glück beim Schätzen der Zusatzaufgaben“, lautete die Antwort.

Nicht nur das älteste, sondern auch das auffälligste Fahrzeug im Teilnehmerfeld der Kul-Tour: ein Rolls Royce aus dem Jahr 1927 – ein Cabriolet mit riesenlangem Kühler und einer imposanten Gesamtlänge mit Platz für fünf Personen. Gefahren von Edward Summers, einem Engländer, der in Kempen wohnt.

Edward Summers kann spannende Geschichten rund um die Rarität erzählen: „Weil ich etwas geerbt hatte, konnte ich mir mit dem Kauf einen Traum erfüllen. Die Karosserie stammt von Rolls Royce, der Aufbau von Thrupp & Maberly. Damals war es üblich, dass die Karosserien von verschiedenen Werkstätten gebaut wurden“, sagt er. „Dort sind neun Exemplare ausgeliefert worden, meiner ist das letzte bekannte. Der Wagen hat einen Achtliter-Motor mit etwa 100 PS und verbraucht 30 bis 40 Liter Benzin. Oldtimer-Rallyes kann ich aufgrund des Wagenalters, seines riesigen Wendekreises und seiner Behäbigkeit nur gelassen angehen.“ Am Ende reichte es für das Team Summers zum 62. Platz bei 88 ins Ziel gekommenen Oldtimern und einem zweiten Platz beim Concour d’Elegance.