1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Rhein-Kreis Neuss: Industrie 4.0 im Blick der Wirtschaft

Wirtschaft im Rhein-Kreis Neuss : Digitale Pioniere blicken auf Industrie 4.0

Die Digitalisierung hat die nächste industrielle Revolution eingeläutet. Wie gerade kleine und mittlere Betriebe damit umgehen, wurde bei der Plattform „Digitale Pioniere – Erfolgsgeschichten aus dem Mittelstand“ beleuchtet.

Die Bezeichnung „nächste industrielle Revolution“ ist keineswegs zu hoch gegriffen. Digitalisierung und Industrie 4.0 verändern die Arbeitswelt, die Arbeitsabläufe und Produkte selbst. Erst kürzlich hat der Branchenverband Bitkom die Ergebnisse einer Umfrage vorgelegt, die zeigen, wie groß der Einfluss der technischen Entwicklung ist. „Während beispielsweise für Hersteller eines Produkts früher der Auftrag endete, sobald das Produkt verkauft war und die Fabrik verlassen hatte, ist das hergestellte smarte Produkt heute auch Basis für neue Geschäftsmodelle“, erklärte Sven Zehl, Bitkom-Referent Industrial Internet und IoT (Internet of Things/Internet der Dinge). „Dank der gewonnenen Daten können Hersteller dem Kunden neben dem Produkt als solches etwa auch individuelle, datenbasierte Dienstleistungen, sogenannte Smart Services, anbieten.“

Was genau die Digitalisierung für Unternehmen bedeutet und wie insbesondere kleine und mittlere Betriebe dieses Thema angehen, war auch Thema bei der Veranstaltung „Digitale Pioniere – Erfolgsgeschichten aus dem Mittelstand“. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein hatte dazu gemeinsam mit dem Kompetenznetzwerk Digital in NRW, der Plattform 4.0, NRW 4.0 und dem Digihub Düsseldorf/Rheinland, an dem der Rhein-Kreis Neuss partizipiert, ins Hugo-Junkers-Hangar nach Mönchengladbach geladen. Sieben Praxis-Beispiele zeigten dabei Wege auf, die Industrie 4.0 zu nutzen.

  • Ratingen : Vortrag über die vierte industrielle Revolution
  • Krefeld : Experten zur Digitalisierung in Italien, Frankreich und Japan
  • Rhein-Kreis Neuss : Jury zeichnet Unternehmen für Digitalisierung aus

Dabei wurden äußerst unterschiedliche Ansätze in den Fokus gerückt. Jürgen Beesen von der Steel Service GmbH aus Krefeld berichtete, wie er in seinem Unternehmen Datenbrillen eingeführt hat. Das habe Arbeitsabläufe verändert. Zudem stehe unterm Strich eine Zeitersparnis und eine höhere Kundenzufriedenheit. Timo Dreyer von der Mönchengladbach Helmut Beyers GmbH sprach über „Digitale Schattenspiele – von der Anfrage bis zum Output der Fertigung“. Das Unternehmen hat die Produktion komplett vernetzt und kommuniziert mit Lieferanten über digitale Schnittstellen. „So können wir Daten nutzen und Zeit sparen – und somit Geld verdienen“, erklärte Dreyer. „Auch wir arbeiten mit Datenbrillen und optimieren ständig weiter. Die perfekte Lösung gibt es nicht auf Knopfdruck.“

Genau das ist es, was viele kleine und mittlere Betriebe umtreibt: Sind die Chancen der Digitalisierung erkannt, geht es darum, wie das Unternehmen sie für sich optimal nutzen kann. Zu Beginn der Veranstaltung hatte IHK-Vizepräsident Claus Schwenzer bereits darauf hingewiesen, wie wichtig Netzwerke sind. Und dass es durchaus Sinn macht, klein anzufangen statt gleich mit einem Riesenprojekt.

Hans-Jürgen Schlinkert von der Thyssenkrupp AG beleuchtete zudem die Frage, wem die Daten in digitalen Geschäftsprozessen eigentlich gehören. Und Rainer Becker von der Entrance Gesellschaft für Künstliche Intelligenz und Robotik beschäftigte sich mit Zukunftsfragen. In sogenannten Knowledge-Cafés hatten die Teilnehmer zudem die Gelegenheit zum Austausch.