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Rhein-Kreis Neuss: IHK verlängert mit Jürgen Steinmetz

IHK-Hauptgeschäftsführer wohnt im Rhein-Kreis Neuss : Jürgen Steinmetz – ein Politiktalent bewegt die Wirtschaft am Niederrhein

Die vorzeitige Vertragsverlängerung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein mit ihrem Hauptgeschäftsführer ist ein deutliches Signal. Jürgen Steinmetz will den Weg voller Tatendrang weitergehen.

Ohne Zweifel, es ist ein Ritterschlag. Gerade einmal drei Jahre lenkt der Seiteneinsteiger Jürgen Steinmetz (50) als Hauptgeschäftsführer die Geschicke der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein mit, da wird sein noch bis 2020 laufender Fünf-Jahres-Vertrag vorzeitig um weitere sieben Jahre bis 2027 verlängert. Die schnelle, lange Bindung wertet der in Büttgen wohnende Steinmetz als „klares Bekenntnis“ von beiden Seiten, den weiteren Weg auch gemeinsam gehen zu wollen: „Ich fühle mich bei der IHK wohl.“ Und offenbar fühlt sich auch die IHK mit Steinmetz wohl. Es sei dessen Verdienst, sagt Präsident Elmar te Neues, dass sich die Kammer weiter entwickelt habe – „vor allem in den Bereichen Politikberatung, Dienstleistungen für kleine Unternehmungen sowie Aus- und Weiterbildung“. Kein Wunder. Wer auf der Chefetage einer Kreisverwaltung gesessen hat, der weiß, wie Politiker ticken, und mehr noch: Wer Wirtschaftsförderer war, der weiß, wo kleinen Unternehmen der Schuh drückt.

IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz hat seinen Vertrag mit der Kammer vorzeitig bis 2027 verlängert. Foto: IHK

Aber es gibt mit der Vertragsunterzeichnung noch einen Aspekt, der über die internen IHK-Belange hinaus wirkt. Spätestens mit der Unterschrift ist allen Spekulationen die Grundlage entzogen, CDU-Mitglied Steinmetz könne mit Blick auf die Kommunalwahl 2020 ein Kandidat sein – wo auch immer. Das war vor der 2015er Wahl noch ganz anders. Der damalige Allgemeine Vertreter des Landrates im Rhein-Kreis galt kreisweit unter Christdemokraten als „Bürgermeister geeignet“. Sein Name wurde in Grevenbroich ebenso gehandelt wie in Kaarst und auch in Neuss. Steinmetz beteiligte sich daran nicht und ging zur IHK. Er hat es offenbar nicht bereut.

Zurück in die öffentliche Verwaltung und damit zurück ins Spannungsfeld der Politik zieht ihn nichts. Dabei geht er mit seiner Zeit im Kreishaus pfleglich um: „Da war mit Sicherheit nicht alles schlecht.“ Im Gegenteil: „Wir haben in einer guten Verwaltung viel geschafft.“ Aber wo heute Steinmetz’ Präferenzen liegen, wird deutlich, wenn er die Unterschiede seiner früheren und heutigen Tätigkeit beschreibt. Die Kammer sei „schneller und zielgerichteter“ unterwegs. Nicht der kleinste gemeinsame Nenner sei das Maß aller Dinge: „Es geht nicht darum, möglichst alle mitzunehmen.“

Wenn die IHK effektiv und effizient arbeite, dann führe das aber nicht zu mehr Freizeit als in seinem ersten Berufsleben: „Der Zeitaufwand ist identisch. Aber ich erziele jetzt mehr Ergebnisse in der gleichen Zeit.“ Das stimmt einen zufrieden, der immer unterwegs ist, neue Themen aufzuspüren und Projekte anzustoßen. Seine Gestaltungsmöglichkeiten seien heute größer, wenngleich früher beim Rhein-Kreis die zu bearbeitenden Geschäftsfelder vielfältiger waren: „Da hatten wir den größeren Blumenstrauß.“

Doch der ideenreiche Steinmetz kann sich auch Kooperationen zwischen Kreishaus und Kammer vorstellen. Unvergessen auch sein Auftritt im April an alter Wirkungsstätte. Im Kreisausschuss, in dem er viele Jahre als Kreisdirektor gewirkt hatte, bot er die IHK als strategischen Partner im Bereich der Wirtschaftsförderung an. So sei sie in Krefeld und Mönchengladbach bereits Gesellschafter der Wirtschaftsförderungs-GmbH’s. Die Kreistagsabgeordneten aller Coleur waren angesichts der Offerte derart überrascht, dass sie bis heute schweigen.

Für die Zukunft hat sich Steinmetz drei Themenschwerpunkte ausgesucht. Ganz oben auf seiner Agenda steht die Digitalisierung. Da hilft es, dass er jetzt in den Aufsichtsrat des IT-Dienstleisters gewählt wurde, der bundesweit die Kammern betreut. Thema Nummer zwei ist die Förderung der dualen Ausbildung und schließlich bleibe die Infrastruktur am Mittleren Niederrhein ein Dauerthema.

So gesehen ist die vorzeitige Vertragsverlängerung nicht nur ein Ritterschlag für erbrachte Leistung, sie ist vielmehr ein Arbeitsauftrag. Steinmetz hat verstanden. Das sagt er in drei Worten: „Ich bleibe dran!“