1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Rhein-Kreis Neuss: DGB fordert Gleichstellung beim Lohn

Gleichstellung im Rhein-Kreis Neuss : DGB mahnt Lohnlücke zwischen Mann und Frau an

Der Kreisverband Neuss des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) macht anlässlich des „Equal Pay Days“ darauf aufmerksam, dass weiterhin jede Menge Verbesserungs- und Nachholbedarf besteht.

„Von wirklicher Gleichstellung zwischen Frau und Mann kann angesichts einer Lohnlücke von 21 Prozent keine Rede sein“, betont Udo Fischer, Vorsitzender des DGB Neuss. Fischer betont: Selbst bei gleicher Qualifikation, Leistung und Erfahrung verdienen Frauen oft noch immer weniger Geld als männliche Kollegen. Nach wie vor belege Deutschland mit diesem Ergebnis eine der hinteren Positionen im europäischen Vergleich. Die Lohnlücke habe sich in den letzten Jahren kaum geändert. Die Zahlen wirkten wie in Stein gemeißelt.

Der „Equal Pay Day“ markiert symbolisch die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern. Um das Einkommen zu erzielen, das Männer bis zum 31. Dezember des Vorjahres erhalten, müssten Frauen 77 Tage länger arbeiten – dieses Jahr also bis zum 17. März. Die Gründe für diese Entgeltlücke seien vielfältig. „Die Lohnarbeitszeiten von Frauen und Männern unterscheiden sich stark. Durchschnittlich sind Frauen 8,4 Stunden pro Woche weniger erwerbstätig als Männer“, erklärt Fischer. Das liege oft an familiären Betreuungsaufgaben. Frauen übernehmen zum Beispiel einen Großteil der unbezahlten Haus- und Sorgearbeit – im Schnitt 87 Minuten mehr als Männer pro Tag.

  • Wirtschaft in Düsseldorf : Frauen verdienen 21 Prozent weniger als Männer
  • DFB-Präsident Fritz Keller.
    Gleiche Bezahlung von Männern und Frauen : DFB-Präsident Keller sieht Equal Pay schwierig
  • Die Nationalmannschaft der USA feiert seinen
    Unruhe im US-Fußball : „Equal Pay“-Zoff zwischen Verband und Frauen-Team spitzt sich zu

Fischer fordert, dass einerseits die Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern stärker umverteilt werden müsse. Andererseits müssten sogenannte frauenspezifische Berufe besser bezahlt werden – dazu brauche es gute Tarifverträge. „Dort, wo Tarifverträge gelten, ist die Lohnlücke um ganze zehn Prozentpunkte kleiner“, betont der Vorsitzende des DGB-Kreisverbandes Neuss in einer Mitteilung.

Gesetze zur Überprüfung der Gehälter wie das Entgelttransparenzgesetz würden wenig helfen, wenn zwei Drittel der Frauen davon ausgeschlossen sind. „Frauen arbeiten häufig in kleinen und mittleren Unternehmen, in denen diese Regelungen gar nicht erst gelten“, so Fischer. Der DGB fordert, das Gesetz nachzubessern: Der Auskunftsanspruch müsse für alle Beschäftigten gelten, die Unternehmen müssten zu zertifizierten Prüfverfahren und Berichten verpflichtet werden. „Für echte Lohngerechtigkeit braucht es außerdem empfindliche Sanktionen bei Nichterfüllung und nicht zuletzt den Ausbau von Mitbestimmungsrechten. Denn wo Betriebsräte mitbestimmen, geht es gerechter zu“, betont der Gewerkschafter.

(NGZ)