Creditreform analysiert Insolvenzen 2022 im Rhein-Kreis Neuss Firmen müssen jetzt ohne Hilfen laufen

Rhein-Kreis · Weniger Insolvenzen und dennoch Sorge um die Unternehmen in der Region: Experten der Creditreform erklären die Pleite-Statistik 2022 und worauf es für die Betriebe jetzt ankommt.

André Becker, Geschäftsleitung Creditreform Düsseldorf/Neuss, Chris Proios, Konjunkturforschung Regional, und Axel Kleinschmidt, Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter, stellten die Insolvenzstatistik 2022 vor.

André Becker, Geschäftsleitung Creditreform Düsseldorf/Neuss, Chris Proios, Konjunkturforschung Regional, und Axel Kleinschmidt, Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter, stellten die Insolvenzstatistik 2022 vor.

Foto: Frank Kirschstein

Alles gut also in der Wirtschaft in der Region? Weniger Insolvenzen, das passt schließlich auch zu den Ergebnissen des jüngsten Mittelstandsbarometers, einer Konjunkturumfrage bei 500 Unternehmen im Rhein-Kreis, nach denen die Region an Rhein und Erft einen „Post-Corona-Boom“ erlebt. Zum Teil erklären sich die positiven Daten durch Nachholeffekte, also etwa verstärkte Umsätze im Handel und in der Gastronomie nach dem Fall der Corona-Einschränkungen. Auch staatliche Hilfen für Unternehmen in der Pandemie sowie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht haben ganz offensichtlich gewirkt. Dennoch gibt es Klagen, zum Beispiel über Leerstände in den Innenstädten, weil Geschäfte und Gastronomie aufgeben. Chris Proios von der Creditreform-Initiative „Konjunkturforschung Regional“ erklärt das in der Öffentlichkeit wahrgenommene „gefühlte Unternehmenssterben“ auch mit Geschäftsaufgaben ohne direkten Zusammenhang mit einer Insolvenz. „Unternehmer, die frühzeitig erkennen, dass ihr Geschäft absehbar nicht mehr funktioniert, schließen. Solche Fälle tauchen in der Insolvenzstatistik nicht auf. Die Gründe für solche Geschäftsaufgaben könne vielfältig sein: Pandemie, Personalnot, Preissteigerungen...