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Rhein-Kreis Neuss: Büchler und Petrauschke sprechen über Strukturwandel

Gnadentaler Unternehmertisch in Neuss : Wirtschaft und Politik diskutieren über Strukturwandel

Der Gnadentaler Unternehmertisch (GUT) hat seine coronabedingte Pause beendet. Als Talk-Gäste begrüßte Gastgeberin Jutta Zülow am Dienstagabend im Innenhof von Gut Gnadental den Neusser CDU-Bürgermeisterkandidaten Jan-Philipp Büchler sowie Landrat Hans-Jürgen Petrauschke.

Sie stellten sich im Gespräch den Fragen von Horst Thoren, stellvertretender Chefredakteur unserer Zeitung, zum Thema „Wie geht es weiter? Strukturwandel im Rheinischen Revier und die Herausforderung mit Corona“. Klar ist, dass eine Mammutaufgabe auf die Region zukommt. „Wichtig ist, dass wir nicht nur die Arbeitsplätze in den energieintensiven Unternehmen erhalten, sondern auch neue schaffen“, betonte Petrauschke. Gemeint sind damit vor allem die Betriebe der Aluminiumindustrie, Ernährungs- und Lebensmittelwirtschaft sowie der chemischen Industrie. Damit dies gelingt, muss der Strom sicher und bezahlbar bleiben. Zumal es auch um die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln geht.

Dafür stehen zum Beispiel die Mühlen im Neusser Hafen; alleine die Mehlmühle versorgt rund acht Millionen Menschen mit Mehl für Brot. Versorgungssicherheit und die Bezahlbarkeit von Strom sind daher große Themen. Dazu muss der Ausbau der regenerativen Energien vorangetrieben werden, bloße Pläne der Bundesnetzagentur reichen nicht. Eine klare, durchaus salopp formulierte Botschaft sandte Petrauschke nach Berlin, in dem er die Diskussion um die mit Russland geplante Gaspipeline Nord Stream 2 aufgriff. „Mir ist es immer noch lieber, wenn wir für die sichere Versorgung auf verstromte Braunkohle setzen als auf jemanden, der nackt auf einem Pferd herumreitet.“ Man dürfe sich nicht in Abhängigkeiten von außen begeben. Bürgermeisterkandidat Jan-Philipp Büchler betonte, wie wichtig es im Zuge des Strukturwandels ist, auch Forschungseinrichtungen in den Kreis und die Region zu holen. „Sie sind die Drehscheibe für Wissen und Innovation.“ Der Kreis müsse den Strukturwandel nutzen, um eine Vorreiterrolle zu übernehmen – zum Beispiel mit Blick auf grünen Wasserstoff. Das Ziel: Wertschöpfung und Arbeitsplätze erhalten – und neue schaffen.