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Rhein-Kreis Neuss: Rhein-Kreis erfindet die "Blitzbewerbung"

Rhein-Kreis Neuss : Rhein-Kreis erfindet die "Blitzbewerbung"

Das Technologiezentrum Glehn hat eine neue Form der Bewerbung, die "Blitzbewerbung24" entwickelt. Die setzt auf Visitenkarten statt Bewerbungsmappen. Die Idee wird derzeit patentiert.

Die Idee ist so gut, dass der Kreis auf "Blitzbewerbung24" schon ein Patent angemeldet hat. "Denn es handelt sich um ein neues Arbeitsmarktprojekt, das wir bundesweit vermarkten möchten", sagt Kreiswirtschaftsdezernent Jürgen Steinmetz.

Was mit der "Blitzbewerbung" gemeint ist, verrät schon der Name: Die Jobsuchenden sollen über das Projekt einen schnelleren Zugang zu den Arbeitgebern finden. "Das geschieht über Visitenkarten", sagt Christian Schmitz, Projektleiter am Technologiezentrum Glehn, wo die neue Bewerbungsform entwickelt wurde. Die Visitenkarten sind nicht nur mit Namen- und Kontaktdaten der Jobsuchenden versehen, sondern auch mit den Kernkompetenzen des Kandidaten. Außerdem ist ein sogenannter QR-Code darauf abgedruckt. Wird der mit dem Smartphone eingescannt, landet der Nutzer sofort auf der Bewerberseite, die der Jobsuchende auf www.blitzbewerbung42.de hinterlegt hat. "Dort können die Projektteilnehmer Zeugnisse, Anschreiben und sogar Bewerbungsvideos hinterlegen", erläutert Schmitz, der vor allem bei Initiativbewerbungen einen großen Nutzen für beide Seiten — Arbeitnehmer und Arbeitgeber — ausmacht. "Statt umständlich Bewerbungsmappen zu sichten, ist mit der Blitzbewerbung ein schneller Zugriff auf den Kandidaten möglich", sagt er. Zudem könne der Jobsuchende mit den Visitenkarten seine Netzwerke nutzen, etwa in Vereinen oder bei Bekannten Visitenkarten abgeben, damit sich seine Suche nach einer Arbeitsstelle herumspricht.

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Derzeit "proben" das Technologiezentrum und der Rhein-Kreis das Projekt mit 50 arbeitsuchenden Teilnehmern. Die haben zunächst ein Coaching bekommen, um die Visitenkarten und ihren persönlichen Internetauftritt zu kreieren. Danach erhalten sie ein "Starterpaket", zu dem die Visitenkarten, aber auch vorfrankierte Umschläge gehören. Pro Person kostet die Maßnahme inklusive Coaching und Starterpaket 281 Euro, finanziert von Jobcenter oder Arbeitsagentur, je nachdem, in welchem Leistungsbezug die Kandidaten stehen. "Da dies relativ günstig ist, glauben wir an die Vermarktung über den Rhein-Kreis hinaus", sagt Steinmetz. Für die ersten Projektteilnehmer ist die neue Bewerbungsform ein Gewinn: "Ich hoffe, dass ich mich damit als moderne Bewerberin präsentieren kann", sagt Irena Brill. Seit drei Jahren sucht die patente 56-Jährige nach einem Job als Empfangsdame. "Und ich hoffe, dass es nun endlich klappt", sagt sie.

(NGZ)