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Rhein-Kreis: Endspurt vor der Landtagswahl - ein Kommentar

Landtagswahl im Rhein-Kreis Neuss : NRW in den Fokus nehmen

Eine Woche vor der Wahl ringen Parteien und Kandidaten um Aufmerksamkeit. Landespolitik jedoch hat‘s gerade schwer. Nationale und internationale Ereignisse lassen vieles in den Hintergrund treten. Wahlkampf in der Krise - ein Kommentar.

Manchmal läuft es einfach nicht rund. Eine gute Woche vor der Landtagswahl dreht die Wahlkampfmaschinerie auf Hochtouren, Politprominenz gibt sich im Rhein-Kreis die Klinke in die Hand, die Kandidaten hetzten von Termin zu Termin. Und dann das, mögen manche denken: Die SPD steht beim Großevent mit ihrem Spitzenkandidaten in Neuss im Regen und dann liegt auch noch die CDU in den Umfragen leicht vorn.

Die Union wiederum ist „not amused“, weil mit Andreas Hamacher ein ehemaliger Vize-Vorsitzender aus Neuss per Anzeige für die SPD trommelt. Und die Grünen haben es nicht nur mit Plakaten zu tun, die sie eigentlich gar nicht haben wollten, sondern müssen in Neuss eine Spaltung in der Ratsfraktion verkraften und in Grevenbroich den Parteiaustritt einer Ratsfrau – mit der Folge, dass sich Ratsmehrheiten plötzlich in Luft auflösen. Dass die „Querdenker“-Thematik dabei eine Rolle spielt, macht es nicht gerade besser.

Und ohnehin macht allen Wahlkämpfern gemeinsam zu schaffen, was bereits ihren Parteikollegen im Vorfeld der Bundestagswahl das Leben schwer machte: Die nationale und internationale Ereignislage überlagert bei vielen das Interesse an der Wahl und landespolitischen Themen. Die Ukraine und die Folgen, Kriegsangst, Energiekosten, Inflation und auch immer noch Corona, das hatten sich die Wahlstrategen eigentlich anders vorgestellt.

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Während zumindest manche der beschriebenen lokalen Querschüsse eher zur Kategorie Kurioses zählen, ist Letzteres ein echtes Problem. Die Landtagswahl wird zur Abstimmung über (tages-)aktuelle Bundespolitik. Die ist wichtig, ohne Frage, aber auch im Land geht es eben um viel: Bildung, Innere Sicherheit, Digitalisierung, Wirtschaft und Arbeitsplätze...

Deshalb: Nehmen Sie sich die Zeit für einen Blick in die Parteiprogramme und vor allem für die Wahl, ein Grundrecht, das anderswo immer noch nicht selbstverständlich und schlimmstenfalls hart umkämpft ist.