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Neuss: Rhein-Kreis-Autofahrer sind die Besten im Land

Neuss : Rhein-Kreis-Autofahrer sind die Besten im Land

Blitzer und Bußgelder – eine Studie hat ausgewertet, wie oft Autofahrer gegen Regeln verstoßen. Die Musterknaben sind in Neuss zu Hause.

Blitzer und Bußgelder — eine Studie hat ausgewertet, wie oft Autofahrer gegen Regeln verstoßen. Die Musterknaben sind in Neuss zu Hause.

Zum angekündigten "Blitzermarathon" wird NRW-Innenminister Ralf Jäger heute Vormittag eine Messstation in Neuss besuchen. Dort kann er sich ein Bild davon machen, was seit Montag in aller Munde ist: Die besten Autofahrer in NRW haben ein NE-Kennzeichen am Wagen. bewertet alle 53 Kreise und kreisfreien Städte im Land nach acht Kriterien: Standorte von festen und mobilen Blitzern je 100 000 Pkw, Höhe der Geschwindigkeitsübertretungen, Einträge ins Verkehrsregister je 100 Pkw, erhobene Bußgelder, entzogene Führerscheine, Fahrverbote und Verkehrsunfälle in 2012.

Bei der Zahl der Unfälle rangiert der Kreis in der Statistik zwar im Mittelfeld, dafür wurden nirgendwo so wenige Bußgelder erhoben wie hier, nämlich nur 3 Euro pro Kopf im Jahr. Spitzenreiter bei den Knöllchen sind die Wuppertaler mit 110 Euro pro Kopf. In der Gesamtrangfolge schneiden nur noch die Bielefelder schlechter ab. Der Geschwindigkeitsrekord wurde in Krefeld mit 109 Kilometer pro Stunde über dem erlaubten Tempolimit gebrochen, in Düsseldorf kracht es statistisch gesehen alle 19 Minuten bei einem Verkehrsunfall.

In Fahrschulkreisen hatte sich der Report am Montag schnell herumgesprochen. "Die Zahlen werden schon fundiert sein und damit wird auch etwas Wahres dran sein. Aber dennoch sollte sich weiterhin jeder genauso aufmerksam und vorsichtig wie bisher im Straßenverkehr bewegen", sagt Fahrlehrer Björn Klotzki. Dem Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Neusser Fahrschulen fällt es allerdings schwer, das positive Urteil aus dem Städtevergleich für die Kreis-Neusser zu bestätigen. Bis zu zehn Stunden am Tag verbringt er im Straßenverkehr — und erlebt in dieser Zeit genug Situationen, die ihn an der Vorbildlichkeit der hiesigen Autofahrer zweifeln lassen. "Vor allem die gegenseitige Rücksichtnahme lässt zu wünschen übrig. Es werden immer wieder Kreuzungen und Einfahrten zugestellt", sagt Klotzki. Ein anderes Ärgernis: Im fließenden Verkehr werde immer häufiger der Blinker nicht gesetzt.

Bei der Kreis-Polizei nimmt man den WDR-Bericht lediglich zur Kenntnis. "Wir halten diese Datenerhebung nicht für seriös", sagt Sprecher Hans-Willi Arnold. Die Polizei setze auf eine regelmäßige Verkehrsüberwachung. "Unsere Philosophie lautet, dass Autofahrer immer und an jedem Ort mit einer Geschwindigkeitsmessung rechnen müssen", sagt Arnold.

Einen positiven Trend im Rhein-Kreis belegt aber auch die Statistik: Die Zahl der im Straßenverkehr verunglückten Menschen ist im ersten Quartal 2013 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 27 Prozent zurückgegangen. Für Klaus-Jürgen Ruppert, Leiter des ADAC-Zentrums in Grevenbroich, kommt das gute Abschneiden der "NE-Fahrer" nicht überraschend: "Der Kreis hat eine Ausnahmeposition — hier steht schließlich das größte ADAC-Fahrsicherheitszentrum in NRW." Viele Grevenbroicher und Neusser nutzten das Angebot, um sicheres Fahren zu trainieren.

(NGZ/ac)