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Neuss: Rewe ist auf dem Vormarsch

Neuss : Rewe ist auf dem Vormarsch

Die Marktkette steht als Betreiber hinter den beiden aktuellen Neubauvorhaben. Discounter aus dem Feld geschlagen.

Immer wieder Rewe. Der Lebensmittel-Anbieter mit den Firmenfarben Rot und Weiß ist aktuell der expansionsstärkste Supermarkt-Betreiber im Stadtgebiet. Fünf Standorte wurden schon mit Rewe-Märkten besetzt, und nachdem der Planungsausschuss zuletzt parallel der Einleitung vorhabenbezogener Bebauungspläne für den Norfer Lessingplatz und den Reuschenberger Kirmesplatz billigte, ist Rewe einen Schritt weiter, um in zwei weiteren Nahversorgungszentren Fuß zu fassen. "Wir haben in beiden Fällen Mietverträge mit unseren Investoren abgeschlossen und gehen davon aus, dass beide Vorhaben realisiert werden", stellt Mathias Schmitz fest, der Bereichsleiter Expansion bei Rewe. "Die Bedarfe sind da und auch festgestellt", betont Frank Wolters, der Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, mit Blick auf das Einzelhandelsgutachten aus dem Jahr 2009.

Das regt für den Norfer Lessingplatz Entwicklungsmöglichkeiten für Lebensmitteleinzelhandel an "um das Zentrum zu stärken und die Passantenfrequenz zu erhöhen". Und auch für den in seiner Bedeutung wichtiger eingeschätzten Einkaufsstandort Reuschenberg wird die "Suche nach Erweiterungsmöglichkeiten für den örtlichen Lebensmitteleinzelhandel" angeregt. Letztlich aber müssten Investoren und Betreiber die Frage für sich beantworten, "ob sich das rechnet", sagt Wolters.

Rewe hat das für sich getan und die Frage positiv beantwortet. Deutschland sei zwar geprägt durch eine hohe Dichte an Lebensmittelmärkten, sagt Schmitz, für den Erfolg beim Kunden sei jedoch entscheidend, "ob sich das Formatkonzept den veränderten gesellschaftlichen Entwicklungen anpasst". So unterscheidet Rewe zwischen City-Märkten wie am Neusser Büchel, Vertriebsformen wie "Rewe Center", "Rewe to go" und den Frischemärkten, die es in Allerheiligen, Holzheim und demnächst auch in Norf und Reuschenberg geben soll.

Dass in beiden Neubauvorhaben Verantwortliche wie Anwohner einem Vollsortimenter gegenüber einem Discount-Lebensmittelmarkt den Vorzug gaben, entspricht einem Trend, den Schmitz vielerorts beobachtet. Er begründet dies auch damit, dass der Preis der Ware kein Argument mehr ist, um einen Discounter aufzusuchen, und der Vollsortimenter oft ein Vielfaches an Artikeln bietet. Und die, so Schmitz, "ausgefeilten Non-Food-Konzepte der Discounter" stoßen an Grenzen. Dazu zählt er einen Sättigungsgrad ("Irgendwann hat jeder Haushalt seinen zweiten Akku-Schrauber") und die Internet-Konkurrenz.

Den städtebaulichen Entwürfen der Firmen Objektplan beziehungsweise Ten Brinke, die als Investoren für die Märkte in Reuschenberg und Norf auftreten, hatte die Politik schon 2012 zugestimmt. Jetzt definierte sie "Hausaufgaben", die diese noch erledigen müssen, bevor die Stadt Baurecht schaffen kann. Dazu gehören in beiden Fällen Gutachten für die Verkehrs- beziehungsweise Lärmsituation. Am 19. April werden beide Vorhaben erneut diskutiert — diesmal im Stadtrat.

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