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Neuss: Reuschenbergs Händler gegen neuen Supermarkt

Neuss : Reuschenbergs Händler gegen neuen Supermarkt

Die Fronten sind klar: Auf der einen Seite steht die Stadtverwaltung, die auf dem Kirmesplatz den Bau eines neuen, großen Supermarktes genehmigen will. Auf der anderen Seite haben sich Einzelhändler und Anwohner formiert, die das Vorhaben grundsätzlich ablehnen oder es nicht an der vorgesehenen Stelle wollen.

Michael Jäger, zweiter Vorsitzender des Arbeitskreises der Reuschenberger Einzelhändler, fasst das Ergebnis eines Treffens in dieser Woche in einem Satz zusammen: "Wir sind gegen einen Supermarkt.

"Vier Bieter sind im Rennen um den Bau eines Supermarktes. Die Lage ist so schwierig, dass der Planungsausschuss in seiner letzten Sitzung das Thema vertagte, um erst mit dem Handel zu sprechen. Am 4. November soll es einen Schritt nach vorne gehen. Als erste Bieterin hatte die Neusser Vermögensgesellschaft Nellak Interesse bekundet, einen Vollsortimenter mit 1600 bis 1700 Quadratmeter Verkaufsfläche anzusiedeln. Weitere Bieter sind das Ingenieurbüro Dieroff (Mechernich), das Kaiser's Tengelmann dort sehen möchte.

Dritter Bewerber ist Rewe, Nummer vier die Projektentwicklung Vreden (Grevenbroich). Anwohner der Finkenstraße um Geschäftsmann Christian Bolten sind gegen den Standort an der Straße. Sie befürchten Lärm- und Verkehrsbelästigung. Ihnen wäre ein Standort in Richtung des China-Restaurants im Süden des Platzes lieber. Das gefällt den Schützen nicht, weil sie dann mit Festzelt und Kirmesplatz nach Norden wechseln müssten. "Wir wollen nicht auf eine 100 Meter lange ,Blechdose' schauen.

Hinzu kommt der nächtliche Anlieferungsverkehr. Wir werden uns wehren", kündigt Bolten an. Der Arbeitskreis lehnt das Vorhaben ab. "Wir befürchten, dass Händler mangels Frequenz schließen und so Leerstand im Ladenzentrum produziert wird", sagt Jäger. Jetzt soll mit dem Wirtschaftsförderungsamt gesprochen werden.

(NGZ)