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Neuss: Rettungsplan für TSG Quirinus

Neuss : Rettungsplan für TSG Quirinus

Die Tanzsportgemeinschaft Quirinus steckt in der Krise. Die kulminierte mit unüberbrückbaren Differenzen im Vorstand und einem kollektiven Rücktritt. Jetzt tritt ein neuer Vorstand an. Sein Ziel: Die TSG retten.

Die Tanzsportgemeinschaft Quirinus (TSG), einst drittgrößter Tanzsportverein des Landes, ist zu einem Sanierungsfall geworden. Bröckelnde Mitgliederzahlen, Auflösung der B- und Abwanderung der C-Formation zu Rot-Weiß Düsseldorf und zuletzt die Kündigung der noch verbliebenen Gesellschaftskreise zum Jahresende waren Ausdruck und Folge dieses Niedergangs. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Donnerstag formierte sich ein neuer Vorstand, der gewillt ist, das Ruder herumzureißen. An der Spitze, Enno Schönberger, vor 25 Jahren Gründungsvorsitzender der TSG

"Unüberbrückbare Differenzen"

Die Aufräumarbeiten gehen — wie oft in solchen Fällen — mit Schuldzuweisungen einher. Während der ehemaligen Vorsitzenden Uschi Bollmann vorgeworfen wird, über den Spitzensportambitionen vor allem der A-Formation die beitragszahlende Basis vernachlässigt zu haben, und von Vetterwirtschaft die Rede ist, schießt diese kräftig zurück. Die Politik der Formationen hätte Michael Maas ins Leben gerufen, der zweite Vorsitzende. "Protokolle und Aktenzeichen belegen das."

Maas hatte Anfang Dezember sein Amt als zweiter Vorsitzender mit sofortiger Wirkung niedergelegt. "Nach unüberbrückbaren Differenzen mit dem restlichen Vorstand", wie er betont. Allerdings war der da schon seit einem Jahr auf vier Positionen nicht mehr besetzt. Unter anderem fehlten Geschäftsführer und Schatzmeister. Mit Maasens Rücktritt war der geschäftsführende Vorstand nicht mehr handlungsfähig, betont Bollmann. Sie hätte eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen können, um diesen Zustand zu beenden, entschied aber anders. Sie trat zurück, und mit ihr Tochter Carina Blocher (Sportwart), Stefan Gessner (Turnierwart) und Jürgen Blocher (Beiratsmitglied).

Was die ehemalige Vorsitzende nicht vermochte, gelang am Donnerstag auf Anhieb. Alle Vorstandsposten wurden neu besetzt. Und schon im Anschluss an die Mitgliederversammlung tagte der neue Vorstand. "Wir hoffen, einige Entscheidungen revidieren zu können", erklärt Michael Maas, der dem neu formierten Vorstand wieder als zweiter Vorsitzender angehört.

So wird mit den Gesellschaftskreisen gesprochen, die abwandern wollen oder schon Richtung Tanzsportclub Neuss abgewandert sind, um sie wieder im Clubhaus an der Blücherstraße heimisch zu machen. Und auch die Formationen sollen reanimiert werden. "Wir wollen die TSG wieder zu einem Verein für die ganze Familie machen", sagt Schönberger. Ein vierter Platz bei den Deutschen Meisterschaften — der letzte große Erfolg — reicht dazu allein eben nicht.

(NGZ)