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Neuss: Rettungsdienst wird ausgebaut

Neuss : Rettungsdienst wird ausgebaut

Mit großem finanziellen Aufwand erweitert die Stadt die technischen Möglichkeiten im Rettungsdienst und auch die Wache Nord. Ein Ziel ist dabei, die Ausrückezeiten zu verkürzen, so dass eine Wache in Kaarst nicht nötig wird.

Die Stadt investiert in den Rettungsdienst für Kaarst und den Neusser Norden in den kommenden Monaten einen hohen sechsstelligen Betrag. Den Anfang macht sie mit einem neuen Notarztfahrzeug, das gestern für das Johanna-Etienne-Krankenhaus in Dienst gestellt wurde. Der Aus- und Umbau der Rettungswache Nord an der Kaarster Straße folgt im kommenden Frühjahr. Er wird im Ergebnis die Ausrückezeiten der Sanitäter verkürzen und so nach Überzeugung von Ralf Raschke, im Ordnungsamt für den Rettungsdienst zuständig, "ein Sicherheitspolster schaffen." Dick genug, um die Forderung des Kreises abfedern zu können, eines der Rettungsdienstfahrzeuge aus der Nordstadtwache nach Kaarst abgeben zu müssen.

"Der Schutz der Gesundheit und die Sicherheit der Bevölkerung gehören zu den herausragenden Aufgaben einer Stadt", stellte der Beigeordnete Stefan Hahn gestern bei der Fahrzeugweihe durch Pfarrer Hans-Günther Korr heraus. Die Standards dazu definiert der Kreis mit dem erst im März verabschiedeten Rettungsdienstbedarfsplan.

Der wird regelmäßig fortgeschrieben. Dabei wird geprüft, ob die gesetzlichen Vorgaben wie etwa die Hilfsfristen erfüllt werden. Jene Zeitspanne, die zwischen dem Notruf und dem Eintreffen der Helfer vor Ort verstreichen darf. In der Stadt gelten acht Minuten als Grenze, im ländlichen Raum werden zwölf Minuten als zulässig anerkannt. In Teilen von Kaarst sei das nicht immer gewährleistet, stellte der Kreis fest und schrieb zunächst eine alle drei Monate vorzunehmende Ist-Analyse vor. Sollten Verbesserungen ausblieben, wäre über eine Wache Kaarst nachzudenken.

Dazu, so ist Raschke überzeugt, wird es nicht kommen. Mit kleineren Maßnahmen wie etwa einer optimierten Ampelschaltung, wurde schon erreicht, dass die Standards eingehalten werden. Schon die erste Quartals-Analyse habe das belegt. Und angesichts des vom Rat schon beschlossenen Ausbaus der Wache Nord ist er überzeugt, dass diese Kennzahlen in Zukunft konstant erbracht werden.

105 000 Euro hat der neue Notarztwagen gekostet, 320 000 Euro soll in den Ausbau der 20 Jahre alten Wache an dem, so Hahn, "bewährten Standort Kaarster Straße" gesteckt werden. Die Mittel dazu stehen schon im Wirtschaftsplan des Gebäudemanagements.

Auf der Wache Nord tun 40 Sanitäter des Malteser Hilfsdienstes in Wechselschichten Dienst, einer ist am "Etienne" stationiert. Von dort bringt er den Notarzt nach Alarmierung zum Unfallort, während sich zeitgleich an der Wache Nord ein Rettungswagen in Marsch setzt. Und das bis zu 3000 Mal im Jahr.

(NGZ)