Rennverein Neuss bleibt Auskunft über Finanzen schuldig

Streit um Zahlung einer Kreditrate in Neuss spitzt sich zu : Rennverein bleibt Auskunft über Finanzen schuldig

Der Vorstand des Neusser Reiter- und Rennvereins (NRRV) hat wieder einmal eine Frist verstreichen lassen. Bis zum 20. November sollte er gegenüber der Stadt seine – offenbar deutlich verbesserten – finanziellen Verhältnisse offenlegen und erklären, ob er die im Dezember halbjährlich fällige Kreditrate in Höhe von 40.000 Euro erstmals selber zahlen kann.

Doch die Antwort blieb aus. Ohne eine solche Erklärung wollte der Rat der Stadt, die seit Jahren für die Schulden des NRRV aufkommt, keinen Auszahlungsbeschluss fassen. Doch Bürgermeiste Reiner Breuer gab sich am Mittwoch keinen Illusionen hin: „Die Bürger müssen weiter die Zeche zahlen.“

Der Brief des Kämmerers an den Vorstand und eine Rats-Debatte über das Finanzgebaren des Vereins hatte sich an zwei Punkten entzündet. Erst war der NRRV in monatelangen Verhandlungen über einen neuen Pachtvertrag ein – mit Fristsetzung eingefordertes – Konzept der Attraktivierung der Galopprenntage schuldig geblieben. Dann stellte er ein solches der Öffentlichkeit vor, ohne es der Politik vorab offenzulegen. Ein Affront. Hinzu kam, dass der angeblich mittellose NRRV in Interviews von einem Landeszuschuss in Höhe von 100.000 Euro sprach. Das wollte die Politik dann doch mal genauer wissen.

NRRV-Präsident Jan-Antony Vogel kündigte auf Anfrage unserer Redaktion an, die geforderte Auskunft bis zum Wochenende bei der Stadt einzureichen. Man habe abwarten wollen, wie die Premiere eines Renntag in Verbindung mit einem Streetfood-Festival, ankommt. Er stellt aber gleich klar: „Der Verein bleibt weiter auf die finanzielle Hilfe der Stadt angewiesen.“ Die wirtschaftliche Lage sei unverändert, der Landeszuschuss, der wohl auch nicht in voller Höhe kommt, noch nicht eingegangen. Mit der Resonanz auf das neue Konzept – die Veranstalter sprechen von 2000 Besuchern – zeigt sich Vogel zufrieden. „Mit dem Ergebnis hätte ich nicht gerechnet.“ Doch Breuer kontert: „Das war ein mit viel Werbung künstlich aufgeblasener Renntag. Das gute Rahmenprogramm hätte sicher auch ohne Pferderennen eine Menge Besucher angezogen.

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