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Rhein-Kreis Neuss: Reizvoller Dialog der Lieder eröffnet das Niederrhein-Musikfestival

Rhein-Kreis Neuss : Reizvoller Dialog der Lieder eröffnet das Niederrhein-Musikfestival

Eine faszinierende Konzertreise hatte Jüchens Bürgermeister Harald Zillekens absolviert. Gerade hatte er noch Schützenfest-Marschmusik genossen und eröffnete wenig später im historischen Festsaal von Schloss Dyck als Schirmherr das 9. Niederrhein Musikfestival. Er dankte dabei vor allem Susanne Geer (Organisation) und Anette Maiburg (Künstlerische Leiterin), dass sie diese Festspielreihe auf so hohem Niveau einrichteten. Ähnlich äußerte sich auch Volker Gärtner, der für die "Stiftung Kulturpflege und Kulturförderung der Sparkasse Neuss" auch betonte, dass er persönlich auf dem Festival Bekanntes in faszinierender neuer Interpretation erlebe.

Wetterbedingt fand das Eröffnungskonzert nicht wie geplant im Innenhof statt. Das war gut so, denn unter dem Thema "Liebe zwischen Himmel und Erde" gab es mit dem Trio Sopran, Klarinette und Klavier ein intimes kammermusikalisches Ereignis, das im Innenhof an Intensität nur verlieren konnte.

Sibylla Rubens (Sopran) interpretierte die hochromantischen Schubert-Lieder als gefragte Lied- und Oratoriensängerin zunächst fast ein wenig kühl, steigerte sich mit ihrer lyrisch-reinen Stimme aber von Lied zu Lied. Anthony Spiri, Professor für Klavierkammermusik an der Musikhochschule Köln, begleitete außerordentlich gepflegt mit konzentrierter Hinwendung an die Singstimme. Er hatte auch für vier Lieder die Klarinettenstimme eingerichtet, die aber nicht wirklich Bereicherung war.

Das hatte Schubert beim Epos "Der Hirt auf dem Felsen" für Sopran, Klarinette und Klavier bedeutend besser gemacht. Hier ergänzen sich Stimme und Instrument mal dramatisch, mal lyrisch zu einem reizvollen Dialog.

Einen wunderbaren Gegensatz boten die glänzend interpretierten Lieder von Fanny Hensel für Sopran und Klavier und die Morgenstern-Lieder, die der Ungar Mátyás Seiber für Sopran und Klarinette geschrieben hat: Amüsante Heiterkeit in kunstvoller Perfektion. Guiseppe Verdis "Rigoletto"-Fantasie für Klarinette und Klavier zeigte endlich eindrucksvoll, weshalb Ralph Manno zu den weltweit herausragenden Klarinettisten unserer Zeit gehört. Seine virtuose Kunstfertigkeit fand dabei gleichermaßen den Jubel des Publikums wie der extrem weiche Ton, den er seinem Instrument entlockt.

(Nima)