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Neuss: Recycling-Center: Bau beginnt

Neuss : Recycling-Center: Bau beginnt

Neuss Wer neues Aluminium produziert, muss vor allem eines aufwenden: Energie. Und damit wird die Herstellung in Ländern wie Deutschland, in denen die Energiekosten in den vergangenen Jahren explodiert sind, richtig teuer.

Neuss Wer neues Aluminium produziert, muss vor allem eines aufwenden: Energie. Und damit wird die Herstellung in Ländern wie Deutschland, in denen die Energiekosten in den vergangenen Jahren explodiert sind, richtig teuer.

So teuer, dass die Aluminiumindustrie immer mal wieder mit Abwanderung droht. Für die Beschäftigten bei Alunorf in Neuss gab's am Donnerstag ein ganz anderes Signal, eines für Standortsicherung und mehr statt weniger Beschäftigung.

Für rund 16 Millionen Euro entsteht bei Alunorf der erste Teil eines neuen Recycling-Centers. Im weiteren Ausbau der Anlage wird sich die Investitionssumme auf rund 36 Millionen Euro erhöhen.

In "ziemlich genau einem Jahr" soll dort, wo am Donnerstag Vertreter der Unternehmensleitung und Projektverantwortliche symbolisch den ersten Spaten in den Boden rammten, ein neuer Ofen entstehen, in dem Aluminiumschrott eingeschmolzen und als flüssiger Metall wieder in den vorhandenen Produktionsprozess eingebracht werden kann.

"Wir bekommen billigeres Aluminium, wir sparen Energie und minimieren unseren Kohlendioxidausstoß. Alles das schafft und sichert Arbeitsplätze", so fasst Alunorf-Geschäftsführer Thomas Geupel zusammen, was sich das Unternehmen von der neuen Anlage, in der zunächst 24 Mitarbeiter beschäftigt sein sollen, verspricht. Rund 50 000 Tonnen flüssiges Aluminium pro Jahr soll der Ofen im ersten Teilabschnitt der neuen Recycling-Anlage produzieren.

Die Energieeinsparung ist, so Geupel,enorm: "Wir brauchen nur noch fünf Prozent der Energie, die wir aufwenden müssten, um die gleiche Menge neues Aluminium zu produzieren." Neu ist, dass mit der neuen Anlage auch behandeltes, zum Beispiel bedrucktes, Aluminium eingeschmolzen werden kann, zunächst vor allem Produktionsabfälle, später auch Getränkedosen.

"Wir steigern unsere Wertschöpfung - und achten dabei besonders auf den Umweltschutz", betont Projektleiter Dr. Holger Voß. Fast ein Viertel der Investitionssumme entfalle auf Abgasreinigung und Lärmschutz.

(NGZ)