Neuss: Raucherurteil gibt Neusser Vermietern mehr Rechte

Neuss : Raucherurteil gibt Neusser Vermietern mehr Rechte

Am Ende hat auch die über die Bild-Zeitung inszenierte Hilfe von Bürgermeister Herbert Napp nichts geholfen: Ein 75 Jahre alter Rentner, der in seiner Mietwohnung geraucht und diese dann durch das Treppenhaus gelüftet hat, muss aus seiner Wohnung ausziehen.

Das entschied am Mittwoch das Düsseldorfer Amtsgericht, das der Räumungsklage der Vermieterin Recht gab. Damit eröffnen sich auch anderen Vermietern neue Möglichkeiten, glaubt Stefan Zellnig, Vorstand der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft (GWG): "Bisher hatten wir in solchen Fällen keine Handhabe", sagt er.

Allerdings hätte die GWG das in den vergangenen Jahren auch nur ein einziges Mal gebraucht. Rauchen sei relativ selten ein Thema, das zu nachbarschaftlichen Konflikten führt, hat er beobachtet. Und wenn, dann konnte dieser schnell entschärft werden: "Wenn man forsch genug an die Vernunft appelliert....". Einmal allerdings sei auch so kein Einvernehmen herbeizuführen gewesen.

Dass Rauchen zum Gegenstand einer rechtlichen Auseinandersetzung geführt hätte, hat Zellnig ebenso wenig beobachtet wie Frank Lubig. "Laute Musik, Kinderlärm und Sauberkeit" sind nach Wissen des Bauvereins-Vorstandes viel eher die Themen, die unter einem gemeinsamen Dach für Zoff sorgen. "Ich kenne aktuell keine Beschwerde wegen Rauchens", sagt Lubig. Kettenraucher gebe es sicher auch unter den Bauvereins-Mietern, doch den jetzt vor Gericht in Düsseldorf entschiedenen Streit nennt auch er "einen Extremfall."

Dem 75-Jährigen war nämlich nicht gekündigt worden, weil er in der Wohnung raucht. Das, so Lubig und Zellnig, sei erlaubt und Teil der Privatsphäre. Ein Fall wurde daraus erst, weil der Rentner die Fenster geschlossen ließ und zum Lüften lieber die Tür zum Treppenhaus öffnete. Das gestern ergangene Urteil kann noch angefochten werden.

(-nau)
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