1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Raubüberfall mit Panzerfaust

Neuss : Raubüberfall mit Panzerfaust

Hunderttausende Euro erbeuteten vier Verbrecher beim Überfall auf einen Geldtransporter am Freitag. Die Täter bedrohten die Besatzung mit Maschinengewehren und einer Panzerfaust. Ihr Fluchtauto zündeten sie an.

Die Metro an der Jagenbergstraße war am Freitagabend die letzte Station, die die zweiköpfige Besatzung eines Geldtransporters anfahren musste. Doch dort geriet sie gegen 23 Uhr in eine Falle. Vier Banditen lauerten dem Transporter auf, bewaffnet mit Panzerfaust und Maschinengewehren — als würden sie in einen Krieg ziehen. Damit erbeuteten sie in einem der spektakulärsten Raubüberfälle der vergangenen Jahre in Neuss nach Angaben der Polizei mehrere hunderttausend Euro.

Der Wertraum war von außen durch eine gesicherte Tür zugänglich. Foto: woi

Die maskierten Verbrecher flohen mit einem silbernen Mercedes älterer Bauart, den sie hinter dem Bürogebäude von Elektro Moeller — nur wenige hundert Meter entfernt im Gewerbegebiet Taubental — in Rauch aufgehen ließen. Die Polizei geht davon aus, dass die Räuber dort in ein anderes Fluchtfahrzeug umstiegen. Auf diesem Parkplatz verliert sich auch ihre Spur. Umfangreiche Fahndungsmaßnahmen, in die noch am Freitag ein Hubschrauber eingebunden wurde, blieben ohne Erfolg. Noch gestern Abend fehlte von den Gangstern jede Spur.

Der Geldtransporter blieb ausgeplündert zurück. Foto: Günter Jungmann

Der späte Zeitpunkt des Überfalls verwundert nur auf den ersten Blick. Erklärt wird er mit dem Stichwort autonome Entsorgung, die eine Geldabholung unabhängig von den Öffnungszeiten meint. So soll ein Auskundschaften der Touren des Geldtransporters erschwert werden. Die Metro legt die Tageseinnahmen in einem Wertraum bereit, zu dem sich die Geldkuriere über einen Sicherheitscode von außen Zutritt verschaffen können. Das war auch am Freitagabend so.

Der Transporter des Essener Werttransportunternehmens fuhr vor, schildert die Polizei den Tathergang, der Fahrer blieb im Fahrzeug, der Beifahrer lud das Geld ein. Ganz normal. Als er die Tür geschlossen hatte, sah er sich einem maskierten Mann gegenüber, der ihn mit einem Maschinengewehr bedrohte. Gleichzeitig hielt ein silberner Mercedes neben dem Transporter, aus dem zwei maskierte Männer stiegen, die den Fahrer mit einer Panzerfaust bedrohten und zwangen, die Türen zu entriegeln. Ohne einen Schuss abzufeuern, vollendeten die Banditen den Raub und ließen die Transporterbesatzung im Fahrzeug zurück.

Vermutlich um Spuren zu beseitigen, wurde das Fluchtfahrzeug schon wenig später in Brand gesteckt. Um 23.22 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert; der Löschzug Grimlinghausen rückte aus. Vor Ort hatten die Flammen schon auf einen Lkw übergegriffen, doch der Brand war schnell gelöscht. Der ausgebrannte Mercedes wurde sichergestellt und zu weiteren Untersuchungen auf ein Gelände an der Danziger Straße im Hafen gebracht.

(NGZ/ila/url)