„Rathauskantine“ im Theater am Schlachthof Neuss

Kabarett im Theater am Schlachthof : „Rathauskantine“ im TaS ist eine Baustelle

Nach dem Ausstieg von Dennis Prang als Jupp Schwaderath geht das Kabarettformat mit neuem Konzept weiter.

Die „Rathauskantine“ befindet sich im Umbruch. Sie muss künftig ohne Hausmeister, pardon: Facility-Manager Jupp Schwaderath auskommen, denn Schauspieler Dennis Prang hat das Trio mit Jens Spörckmann (Archivar Alfred Sülheim) und Stefanie Otten (Controllerin Simone Strack) verlassen. „Und einen neuen Hausmeister wird es nicht geben“, sagt Markus Andrae, der bei dem Kabarettformat des Theaters am Schlachthof (TaS) Regie führt, unmissverständlich. Sicher aber ist: Die „Rathauskantine“ macht weiter. Drei Ausgabe sind in der gerade anlaufenden Saison geplant, und nach Folge 3 ist auch klar, „wie es weitergeht“, sagt Andrae.

China trifft auf Neuss: Frau Li (Beate Heinze, l.) und Simone Strack (Stefanie Otten). Foto: TaS

Bislang weiß nur er das. Und vielleicht noch seine beiden Schauspieler Spörckmann und Otten, die am kommenden Freitag zum ersten Mal als Duo auf der Bühne stehen – welche nicht nur sinnbildlich eine Baustelle ist. Denn die Kantine im Rathaus ist verwaist, ein neuer Pächter muss gesucht werden. Derweil hat Frau Strack Karriere gemacht, gehört nun zum Team des Bürgermeisters und soll Investoren suchen.

In China meint sie solche gefunden zu haben. Mit Frau Li erscheint ein neuer Gast auf der Fläche: Beate Heinze spielt die Investorin. Allerdings hat Strack die Rechnung ohne Archivar Sülheim gemacht, denn der fürchtet den Ausverkauf seiner Heimatstadt und in der Kantine künftig nur noch „Hot Dog im Wok“ (so der Titel der Ausgabe) zu bekommen. Also macht er gegen Stracks Pläne mobil...

Dass sich in der „Rathauskantine“ ohne Prang als Schwaderath einiges ändern wird, war Andrae schnell klar. Allerdings nutzt er die drei geplanten Ausgaben für kleine Experimente, hat einen dramaturgischen Bogen konzipiert und weiß auch, wo er am Ende landen wird. Statt der szenischen Kabarettsequenzen von Gästen hat er das erste Mal Lesungen eingebaut. Am Freitag ist der Neusser Johannes Schwelm eingeladen, zwei Mal zehn Minuten aus seinen Büchern zu lesen. Zwei Musikeinspielungen nehmen künftige TaS-Produktionen vorweg.

„Bisherige Nebenfiguren fallen weg, und es kommen neue dazu“, sagt der Regisseur, der selbst gespannt ist, wie die Neuerungen beim Publikum – rund 80 Prozent seien Stammgäste, sagt er – ankommen. Allerdings betont er auch: Die ,Rathauskantine’ bleibt wiedererkennbar.“ Und inhaltlich geht es nach wie vor, um alles, was die Stadt und ihre Einwohner bewege.

Info Blücherstraße 31, Freitag, 7. September (Premiere), 20 Uhr, weitere Termine und Karten unter 02131 277499

(hbm)
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