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Neuss: Rathausbalkon wird für Karnevalisten gesperrt

Neuss : Rathausbalkon wird für Karnevalisten gesperrt

Den Kappessonntagszug wird im nächsten Jahr kein Karnevalist vom Rathausbalkon aus verfolgen können. Der bleibt nämlich bis auf weiteres aus statischen Gründen für Gruppen von mehr als zehn Personen gesperrt, musste Bürgermeister Herbert Napp jetzt Jakob Beyen eröffnen.

Doch der Präsident des Neusser Karnevalsausschusses (KA) hatte schon Minuten nach dieser Überraschung eine Alternative überlegt: ein "Fenster zum Zug", das sich Sponsoren und Gästen an der Breite Straße öffnen soll. Dort sind seit kurzem Archiv sowie Schulungs- und Versammlungsräume des KA, dem Dachverband von 16 Karnevalsgesellschaften, beheimatet.

Dass an dem Balkon eine Betonsanierung nötig geworden ist, war dem Gebäudemanagement schon länger bekannt. Denn im Wirtschaftsplan für 2012 dieses Eigenbetriebes der Stadt ist dafür schon ein Betrag eingeplant. Doch den Umfang der Sanierung soll nun ein Fachingenieur ermitteln helfen.

An dem 1954 erbauten Rathaus waren schon verschiedene Renovierungen nötig. Zuletzt, so erinnert Pressesprecher Michael Kloppenburg, wurde 2008 der Uhrenturm überarbeitet. Ein Problem der Fassade ist die ursprüngliche Aufhängung der Muschelkalkplatten mit Drahtstiften. Die wurden auch unterhalb des Balkons durch Edelstahlstifte ersetzt. Dabei, so erklärt Stadtpressesprecher Michael Kloppenburg, wurden Ausblühungen festgestellt, die durch Feuchtigkeit verursacht sein müssen. Die Bestätigung lag offen zutage, als auf dem Balkon für eine weitergehende Untersuchung jetzt die Platten hochgenommen wurden.

Ein Sicherheitsrisiko bestehe nicht, doch es müsste was getan werden, sagt Kloppenburg. Angepeilt sei, die Sanierung bis zum Februar abzuschließen. Das allerdings verlange einen milden Winter mit vielen Tagen über fünf Grad Celsius. Weil es dafür keine Garantie gibt, wurde den Karnevalisten der Balkon vorsorglich "gekündigt"

(NGZ)