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Neuss: Rat diskutiert heute Möbelhaus-Planung

Neuss : Rat diskutiert heute Möbelhaus-Planung

Das Bebauungsplanverfahren für das neue Möbelhaus im Hammfeld läuft. Doch noch verhandeln Stadt und Investor über den Kaufvertrag. Der Entwurf ist noch nicht fertig. Heute soll die Verwaltung den Stadtrat umfassend informieren.

Bereits Ende 2014 will der Berliner Möbel-Millionär Kurt Krieger einen Höffner-Möbelmarkt mit 45 000 Quadratmetern Verkaufsfläche im Neusser Hammfeld vis-à-vis dem Rheinparkcenter eröffnen. Der Zeitplan ist eng, der Druck wächst. Obwohl der Rat bereits am 11. Oktober turnusgemäß tagt, kommt es heute zu einer Sondersitzung. Warum und welche Ergebnisse kann sie bringen? Die NGZ sucht Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Möbelhaus-Pläne am Willy-Brandt-Ring, Ecke Stresemannallee.

Wer hat warum die Sondersitzung des Stadtrates beantragt?

Die CDU/FDP-Ratsmehrheit hat Ende August die Sondersitzung beantragt. Die Koalition hatte damals gefürchtet, die Vertragsverhandlungen zwischen der Stadt und dem Investor könnten zum Stillstand kommen. Größter Streitpunkt: Wer zahlt die Ablöse für den Reitstall Schanowski am Derendorfweg. Der Betreiber wird nach weder bestätigten noch dementierten Informationen mit 600 000 Euro abgefunden. "Wenn ergänzende Beschlüsse erforderlich sind, werden wir sie fassen", sagt CDU-Chefin Helga Koenemann, "wir zeigen, dass wir dem Bürgermeister den Rücken stärken." Vorsitzender Reiner Breuer führt seine SPD-Fraktion mit Spannung in die nicht öffentliche Sitzung: "Ich weiß nicht, was uns erwartet. Ich habe keine Unterlagen."

Sind die Vertragsverhandlungen in der Sackgasse stecken geblieben?

Offenbar ist eine zeitnahe Unterzeichnung des Kaufvertrages möglich. Nach Aussage von Bürgermeister Napp ist das Vertragswerk zu "90 Prozent" fertig. Das Problem "Reitstall Schanowski" sei "gesichtswahrend für beide Seiten" lösbar.

Wird der Vertragsentwurf heute dem Stadtrat vorgelegt?

Bürgermeister Napp verneint diese Frage. Die beiden Vertragspartner und der beurkundende Notar sind noch in der Abstimmung. Napp kündigt an, den Vertrag am 11. Oktober im Rat vorlegen zu können.

Ist der Zeitplan trotz aufwendiger Vertragsverhandlungen zu halten?

"Ja" sagen Experten, weil die Planungsstäbe der Stadt und von Krieger effektiv arbeiten. Ende Juli lag der Bauantrag vor, das Bebauungsplanverfahren läuft, die Gutachten sind in Arbeit. Der Gestaltungsbeirat stimmte im Grundsatz zu.

Wie groß ist das Investitionsvolumen für das Möbelhaus?

Ohne Grundstück wird das Möbelhaus zwischen 85 und 95 Millionen Euro kosten. Krieger hat angeboten — und der Stadtrat hat zugestimmt — große Teile des Gewerbegebietes Hammfeld II zu entwickeln. Dazu könnte auch großflächiger Einzelhandel gehören. Sollte sich das Vorhaben realisieren lassen, würden insgesamt 48 Millionen Euro in die Stadtkasse fließen.

Was machen Kriegers Möbelhaus-Pläne in Duisburg?

32 Kilometer nördlich hält Krieger eine Baugenehmigung in Hände. Es fehlt aber die Planfeststellung für einen geplanten Autobahnanschluss von der A 59 auf das Gelände.

(NGZ)