Neuss: Rat beschließt Kaufsonntag

Neuss : Rat beschließt Kaufsonntag

Der Stadtrat hat gestern ohne große Diskussion beschlossen, für den 15. Mai einen verkaufsoffenen Sonntag zu genehmigen. Der steht unter dem Motto der Innenstadthändler "Neuss blüht auf".

Der Runde Tisch von Mitte März zeigte Wirkung: Beim Aufreger-Thema Nummer eins der vergangenen politischen Sitzungen, die Genehmigung von Einkaufssonntagen in der Innenstadt, waren sich gestern im Stadtrat fast alle einig. Mit großer Mehrheit – nur drei Stadtverordnete spielten nicht mit – genehmigte der Rat den 15. Mai als verkaufsoffenen Sonntag in der Innenstadt.

Die SPD war es im Wesentlichen, die den Weg frei machte. Sie hatte zuletzt stark die fehlenden und ihrer Meinung nach notwendigen inhaltlichen Begründungen für die beantragten verkaufsoffenen Sonntage angemerkt. In einigen geheimen Abstimmungen waren die von der CDU/FDP-Koalition getragenen Anträge des City-Treffs und später der Zukunftsinitiative Innenstadt Neuss (ZIN) gescheitert.

Reiner Breuer, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, lobte die Diskussion am Runden Tisch. Vertreter von Handel, der Arbeitnehmerschaft und Politik haben mit Erfolg versucht, sich zunächst einmal nur auf einen Kaufsonntag zu einigen. "Die Diskussion ließ erkennen, dass der Einzelhandel sich bemüht hat, mehr Fleisch an einen solchen verkaufsoffenen Sonntag zu bringen. Das erkennen wir an." Denn gegen das reine Einkaufsvergnügen unter dem Deckmäntelchen eines austauschbaren, unkonkreten Mottos wendete sich zuletzt mehrfach eine Ratsmehrheit. Dagegen bezeichnete Bernhard Pickert-Goldenbogen (Linke) den Runden Tisch als "reine Showveranstaltung des Handels. Die Politik hat sich über den Tisch ziehen lassen."

Am 15. Mai wird nun ein Stadtfest organisiert, das bereits samstags beginnt und von einer Agentur organisiert wird. Der Einzelhandel bringt sich, so ZIN, mit zusätzlichen Aktionen in und vor den Geschäften ein. Mit der Kreispolizei und der Kreisverkehrswacht wurden zwei Kooperationspartner gewonnen. Die Einzelhändler werden die Themen Sicherheit an 24 Standorten aufgreifen und ihre Schaufenster entsprechend gestalten. Am Samstag und Sonntag wird auf dem Markt eine Bühne aufgebaut, im Hauptstraßenzug wird es zwischen Klarissenstraße und Krefelder Straße eine Vielzahl von zusätzlichem Marktständen geben.

Die SPD kündigte an, "jeden Antrag auf verkaufsoffenen Sonntag genau zu prüfen". Sie sprach sich auch gegen "Trittbrettfahrer" aus, die sich von "außerhalb anhängen" – gemeint war das Rheinpark-Center. Weil am 15. Mai die Öffnungszeiten zwischen 13 und 18 Uhr liegen werden, sieht die Politik auch die Interessen der Kirche nicht tangiert, weil die Hauptzeit der Gottesdienste in den Morgen- und Vormittagsstunden liegen.

(NGZ)
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