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Neuss: Räuberische Jugendbande legt Geständnis ab

Neuss : Räuberische Jugendbande legt Geständnis ab

Mit Geständnissen hat am Düsseldorfer Landgericht gestern der Prozess gegen fünf mutmaßliche Mitglieder einer Neusser Jugendbande begonnen. Die Jugendlichen und jungen Männer im Alter zwischen 18 und 22 Jahren räumten ein, insgesamt drei Raubüberfälle in Weckhoven begangen zu haben.

Zwei der Taten waren im Versuchsstadium stecken geblieben. Dennoch drohen den Angeklagten jeweils lange Gefängnisstrafen. Die Anklage der Staatsanwaltschaft Düsseldorf lautet auf gemeinschaftlichen Raub in drei Fällen. Kleinlaut gaben die fünf Beschuldigten gestern vor Gericht zu, die Taten begangen zu haben. Dabei waren sie recht dilettantisch vorgegangen. "Zweimal wollten sie einen Kiosk am Lindenplatz überfallen, mussten jedoch jeweils ohne Beute wieder die Flucht ergreifen", erinnerte Verteidiger Gerd Meister, "merkwürdig, dass sie sich ausgherechnet diesen Kiosk ausgesucht hatten — der Besitzer kannte sie nämlich."

Nur einmal war die Bande erfolgreich und erbeutete rund 500 Euro in bar. Ende März des vergangenen Jahres Jahres hatten zwei der Angeklagten maskiert und bewaffnet die Filiale der Bäckerei Dresen in Weckhoven betreten. Daraufhin hatte ihnen die Angestellte die Tageseinnahmen ausgehändigt. Vier der fünf Angeklagten sitzen seit ihrer Festnahme in Untersuchungshaft. Teilweise haben sie durch die Inhaftierungen ihre Lehrstellen verloren. "Was wollen Sie eigentlich in Zukunft machen?", wollte Richter Rainer Drees von jedem der fünf Angeklagten wissen. Die Antworten der fünf jungen Männer ähnelten sich: Entweder zunächst den Schulabschluss nachholen oder eine neue Lehrstelle suchen.

Vorbestraft

"Viele von ihnen sind bereits vorbestraft", sagte Rechtsanwalt Gerd Meister, "deshalb müssen sie durchaus mit längeren Gefängnisstrafen rechnen." Aufgrund der Geständnisse soll der Prozess deutlich früher zu Ende gehen, als ursprünglich geplant. Schon am nächsten Verhandlungstag am kommenden Mittwoch sollen die Mitarbeiter der Jugendgerichtshilfe gehört und zu den familiären Verhältnissen und Zukunftsperspektiven der Angeklagten befragt werden. Noch am selben Tag sollen auch die Plädoyers und das Urteil erfolgen.

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