Open-Air auf dem Freithof Song-Premiere beim Räuberabend in Neuss

Neuss · Der „Räuberabend“, eine Veranstaltung mit Tradition, kehrt am 10. August zurück auf den Freithof. Was ist neu, was bleibt beim Alten?

 Kurt Feller, Stefan Kleinehr, Sven West und Michael Brand berichten von den Neuerungen und der Geschichte des Räuberabends.

Kurt Feller, Stefan Kleinehr, Sven West und Michael Brand berichten von den Neuerungen und der Geschichte des Räuberabends.

Foto: Andreas Woitschützke

In wenigen Tagen verwandelt sich der Freithof in eine Karnevalsparty – mitten im August. Die Kölner Mundart-Band „Räuber“ lädt zum „Räuberabend“ ein, die Veranstaltung feiert ihr 30. Jubiläum und findet nun zum zweiten Mal auf dem Freithof statt. Bis zur Corona-Pause feierte man 26 Jahre lang auf dem Münsterplatz.

Als die Idee des Konzerts entstand, gab es die Räuber erst etwa zwei Jahre. Angestoßen wurde sie durch ein Gespräch darüber, wie man den Münsterplatz mehr beleben könne, erinnert sich Gründungsmitglied „Captain“ Kurt Feller. Die Antwort: „Ein Räuber-Konzert!“ Innerhalb von drei Monaten stand das Event. Am Tag des Auftritts habe sich, unter anderem wegen des Wetters, beim damaligen Lead-Sänger und Gitarristen Karl-Heinz „Charly“ Brand Pessimismus breit gemacht, erzählt Feller. „Eine halbe Stunde bevor es los ging, war der Platz aber plötzlich voll, 3000 Leute waren da.“

Seitdem seien die Zuschauerzahlen stetig gewachsen. Einzig 2020 und 2021 konnte der Räuberabend pandemiebedingt nicht stattfinden. Die Zukunft des Events war damals ungewiss, berichtet Manager Michael Brand. Ein Sponsor sprang ab, das Vogthaus stand zudem nicht zur Verfügung. 2022 jedoch entschied sich Stefan Kleinehr, Geschäftsführer der Agentur Lust & Laune, neuer Veranstalter des Räuberabends zu werden. „Mit einem Veranstalter, der Neuss und den Räubern nicht so verbunden wäre und die Geschichte nicht kennt, wäre das alles nicht möglich gewesen, denke ich“, so Brand. Kleinehr besucht selbst seit Jahren den Räuberabend. Zusammen mit der PSD Bank und unterstützt von Neuss Marketing ermöglicht Lust & Laune den Räuberabend auch in diesem Jahr.

Seit jeher ist das Traditionskonzert gut besucht.

Seit jeher ist das Traditionskonzert gut besucht.

Foto: Andreas Woitzschützke
Räuber heizen die Alte Feuerwache ein
42 Bilder

Räuber heizen die Alte Feuerwache ein

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Foto: Dieter Staniek/Stan

Man hoffe für die Veranstaltung auf 4000 Gäste, so Kleinehr. „Der Münsterplatz wäre mit 4000 schon voll“, fügt Brand hinzu, „auf den Freithof passen denke ich auch 5000.“ Der Wechsel des Veranstaltungsortes sei insgesamt positiv angekommen. Wichtig sei bei der Wahl der neuen Konzert-Location gewesen, dass diese sich in der Innenstadt und nahe am Quirinus-Münster befinde. „Im ersten Moment war es ein bisschen fremd“, räumt Kurt Feller ein, „aber im Nachhinein war der Freithof vielleicht sogar besser als der Münsterplatz.“ Veranstalter Kleinehr merkt außerdem an, dass der Münsterplatz in diesem August ohnehin ein Ort großer Jubiläen sei – beim 30 Jahre alten Räuberabend könne man sich einmal mehr auf das Schützenfest und das 200-Jährige des Bürger-Schützenvereins einstimmen.

Der Eintritt beim Räuberabend ist traditionell frei. „Wir haben uns bereit erklärt, die Preisstruktur so zu gestalten, dass das auch weiterhin möglich ist“, erklärt der Manager. „Ich freue mich jedes Jahr auf das Konzert, es ist mit das größte, was wir spielen“, sagt Kurt Feller. „Deshalb bin ich total froh, dass wir einen Partner gefunden haben, mit dem wir das auch für die Neusser wieder ermöglichen können.“

Was die Song-Auswahl angeht, wird ein Lied definitiv nicht fehlen: „Wigga Digga wird auf jeden Fall kommen“, sagt Frontmann Sven West. Zum Sessionsbeginn habe man Bedenken gehabt, ob dieser Song im Karneval funktioniere. „Wigga Digga“ (was soviel wie „Weiter, Kumpel“ bedeutet) lief allerdings sogar so gut, dass sie ihn erst am Wochenende in der Mallorca-Ausgabe des ZDF-Fernsehgartens spielten. „Wir haben auch eine weitere neue Nummer im Gepäck, von der wir erwarten, dass sie ähnlich gut ankommt“, so West weiter. Diesen Song spielen die Räuber in Neuss zum ersten Mal vor großen Publikum.

Neben allen neuen Entwicklungen habe man aber seine Wurzeln nicht vergessen, betont Michael Brand. Kurt Feller stimmt zu: „Wir wollen unsere neue Musik so gestalten, dass auch Fans der alten Klasse nicht sagen: ‚Das sind nicht mehr meine Räuber‘.“ Auch alte Hits werden am Räuberabend gespielt, außerdem: „Charly“, der ehemalige Frontmann der Band, hat ebenfalls seinen Besuch angekündigt.

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