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Radregion Rheinland feiert Geburtstag. Ein Erfolg - das Knotenpunktnetz

Radtouren im Rhein-Kreis Neuss : Diese Knotenpunkte sollten Radfahrer kennen

Der Verein Radregion Rheinland feiert in diesen Wochen seinen zehnten Geburtstag. Der Rhein-Kreis Neuss ist als Gründungsmitglied Teil dieser Erfolgsgeschichte und wurde 2012 flächendeckend auch an das Knotenpunktnetz angeschlossen.

 Auf über 3000 Kilometern Streckennetz wird damit größtmögliche Flexibilität in einem einheitlichen Beschilderungssystem ermöglicht. „Wir erhoffen uns Effekte in der touristischen Wertschöpfung, zum Beispiel bei der Erhöhung der Besucherzahlen oder der Verlängerung der Verweildauer“, sagt Steffi Lorbeer, Tourismusförderin beim Rhein-Kreis. Auch soll die Region imagefördernd als attraktive Freizeit- und Erlebnisregion dargestellt werden.

Robert Abts, Leiter der Wirtschaftsförderung im Kreis, ist Vorstandsmitglied der Radregion Rheinland und findet: „Unterm Strich leistet die Kooperation einen nachhaltigen Beitrag zur Steigerung der Lebensqualität der hiesigen Bevölkerung.“ Heribert Adamsky konnte als Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) für den Rhein-Kreis Neuss damals Tipps geben für das Knotenpunktnetz und erinnert sich: „Uns war es wichtig, dass die Radstationen und Bahnhöfe angebunden sind.“ Spätestens seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie boomt der Radverkehr und auch der Rhein-Kreis möchte das vor allem touristisch nutzen. „Schön wäre es, wenn mehr Routen, unabhängig von Hauptverkehrsstraßen, verlaufen und touristisch noch interessanter werden“, sagt Adamsky.

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Wer sich auf den Weg macht, um das Knotenpunktsystem zu testen, wird schnell herausfinden: Die Planung ist denkbar einfach, macht Spaß und sorgt für Vorfreude: Mithilfe einer Radwanderkarte, die im Buchhandel, beim ADFC oder über die Homepage der Radregion Rheinland zu kaufen ist, kann man seine Tour planen und muss dabei lediglich die Nummern der Knotenpunkte aufschreiben – echtes Radeln nach Zahlen also.

Ein Beispiel ist der Knotenpunkt 93 in Helpenstein. Dort ist an einem sonnigen Sonntag einiges los. Viele Radfahrer fahren, offensichtlich suchend, über die Harbernusstraße und drehen dann in den kleinen Feldweg Richtung Erft ein, an dessen Ecke die Karte und der Wegweiser für diesen Knotenpunkt stehen. Michael Hund ist ein großer Fan dieses Systems und gar aus Pulheim angereist, um mit seiner Begleitung Gudrun Siebenhaar im Rhein-Kreis zu radeln. „Das ist eine super Sache und macht viel Spaß. Allerdings habe ich mich kürzlich richtig verfahren und fand erst nicht zurück nach Hause. Da waren offensichtlich Schilder abmontiert und ich hatte keine Karte dabei.“

Nach dem Weg über die Erft können Radler den Schildern in Richtung Knotenpunkt 64 zur Langen Foundation folgen. Überall da, wo es Optionen oder Kreuzungen gibt, hängen kleine Schilder mit einem roten Fahrrad und einem Pfeil zur Orientierung. Darauf muss man schon achten, damit man auf dem richtigen Weg bleibt. Zudem sorgen sie an mancher Stelle für Beruhigung, denn so weiß man, dass man auf der richtigen Route ist. Vorbei an Gut Vockrath geht es weiter zum Schloss Dyck und das Nikolauskloster über die Felder nach Glehn, wo die Route auf der Hauptstraße auf einem separat eingemalten Fahrradweg verläuft. Auf den Seitenstraßen fehlt dieser gänzlich – wer mag, kann also Richtung Epsendorf in die Pflaumenplantagen abbiegen.

Zurück geht es über Lüttenglehn, Grefrath, die Skihalle und Holzheim nach Minkel und Helpenstein. An jedem Knotenpunkt steht eine Tafel mit Karte, an der man sich kurz orientieren oder, bei Bedarf, die Route auch spontan umplanen kann. Danach kommt man am Ausgangsknotenpunkt 93 wieder an und kann feststellen: Die Beschilderung ist durchaus verlässlich und zum Teil besser als eine digitale Navigation, bei der man manchmal mehr Zeit damit verbringt auf das Handy am Lenker zu sehen und die Schönheiten der Umgebung gar nicht so wirklich wahrnehmen kann. Das Fahren nach Knotenpunkten hat etwas von einer Schnitzeljagd, bei der man sich immer aufmerksam umsehen muss und so viel mehr von der Route sehen kann.