Neuss: Radler erfahren Naturräume

Neuss : Radler erfahren Naturräume

Die Ölgangsinsel, der Rheinpark und die Neusser Rheinaue gehören zu den Gebieten, die bei einer etwa dreistündigen Radtour erkundet werden. Geograf Peter Hilgers zeigt seltene Naturschönheiten.

Schonmal vom "Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling" gehört? Die Schmetterlingsart ist hoch spezialisiert — und genauso selten. Für eine erfolgreiche Fortpflanzung benötigt der europaweit gefährdete Tagfalter den "Großen Wiesenknopf" sowie die Rote Knotenameise. Im Uedesheimer Rheinbogen findet er beides — ein Glücksfall, den es zu schützen gilt. Die Neusser Rheinaue, die Ölgangsinsel und den Rheinpark als Naturräume zu "erfahren" — dazu laden Neuss Marketing und NGZ bei einer Radtour im Rahmen der "Neusser Ecken" am Samstag ein.

Foto: Woitschützke, Andreas

Geograf Peter Hilgers, beim städtischen Umweltamt für den Biotop-Artenschutz zuständig, führt die etwa dreistündigen Radtour über rund 20 Kilometer durch rheinnahe Naturräume auf Neusser Stadtgebiet an. Der Experte erklärt Naturschönheiten, biologische Vielfalt sowie Biotop- und Artenschutzmaßnahmen.

Nach dem Start am Markt steuern die Radler zunächst das Naturschutzgebiet Ölgangsinsel an. Interessant ist dort auch das Landschaftsschutzgebiet bis zur Hammer Eisenbahnbrücke, eine ehemals landwirtschaftlich genutzte Fläche, auf der sich dank Ausgleichs-Anpflanzungen inzwischen eine offene Auenlandschaft entfaltet. Vom Rheindeich aus schweift der Blick über den zwischen 1997 und 2005 neugestalteten Rheinpark, einst Standort chemischer Fabriken.

Bevor dort an eine Renaturierung gedacht werden konnte, mussten Altlasten wie Schwermetalle, die das Grundwasser gefährdet hätten, ausgekoffert werden. Vorbei am Sporthafen geht es entlang dem Grimlinghausener Rheinufer zum Uedesheimer Rheinbogen, einem Schutzgebiet gemäß der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie, wo an den Deichen wertvolle Halbtrockenrasen vorzufinden sind. Zwei kleine Waldgebiete erstrecken sich ein Stück weiter auf Himmelsberg und Reckberg, eiszeitliche Sanddünen, die inzwischen einen Biotop-Verbund bilden.

Nächstes Ziel ist der Sandhofsee mit dem kürzlich eröffneten Wassersportzentrum, das aber nur einen Teil der aufgelassenen Kiesgrube beansprucht. Im übrigen Bereich, der naturbelassen bleiben soll, sind etliche Wasservögel zu beobachten. Vorbei am Wolfsbruch, einem Rest-Rheinarm nahe der Bezirkssportanlage Grimlinghausen, führt der Rückweg über den Scheibendamm wieder auf den Markt.

Noch bis Ende Oktober laden Neuss Marketing und NGZ alle zwei Wochen zu Aktiv-Touren ein, um den Neussern ihre Stadt unter ungewohnten Blickwinkeln näher zu bringen. Die Teilnehmer erkunden bekannte wie verborgene "Neusser Ecken", geführt von Kennern der Stadt. Begleitet wird die Reihe von einem Foto-Wettbewerb.

(NGZ/rl)
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