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Neuss: Radeln entlang Wasserläufen

Neuss : Radeln entlang Wasserläufen

neusser ecken Als Verkehrsadern spielten Wasserläufe für die Geschichte der Stadt Neuss stets eine große Rolle. Einigen von ihnen folgen die Teilnehmer der nächsten Tour von Neuss Marketing und NGZ am Sonntag per Rad.

Flüsse, Ströme, Bäche – für die Geschicke und Geschichte der Stadt Neuss waren sie immer wieder bestimmend. Schon die Römer errichteten ihr Lager nahe der Stelle, wo die Erft in den Rhein mündet, und betrieben dort für ihre Legionäre ein Badehaus. Im Mittelalter lag Neuss dank eines heute nicht mehr existierenden Flussarmes, der Kehl, unmittelbar am Rhein, und das Wasser der Obererft trieb die Neusser Mühlen an. Die nächste Thementour, zu der Neuss Marketing und NGZ am Sonntag einladen, zeigt den Teilnehmern technische und landschaftliche Sehenswürdigkeiten entlang einiger Neusser Fließgewässer.

Heribert Adamsky, Vorsitzender des ADFC Rhein-Kreis Neuss, geht vor allem auf historische Zusammenhänge ein, verspricht aber auch zahlreiche versteckte Motive, "die nicht jeder kennt". Dazu hat er eine familienfreundliche Strecke ausgearbeitet, die maximal über 25 Kilometer führen soll.

Dass Gewässer den Ausgang einer kriegerischen Auseinandersetzung entscheidend beeinflussen konnten, zeigt der Ausgang der Belagerung von Neuss durch den Burgunderherzog Karl den Kühnen 1474/75. Der ehrgeizige Adelige scheiterte nicht zuletzt, weil es den Neussern gelungen war, den Erftmühlengraben nicht trocken fallen zu lassen.

Als an der Schwelle zum 19. Jahrhundert Napoleon das Rheinland besetzte, ließ er den Nordkanal bauen, der Rhein und Maas miteinander verband, um Warenströme am britischen Königreich vorbei zu lenken. Dies sind nur zwei von zahlreichen spannenden Neuss-Geschichten, die Adamsky auf der knapp dreistündigen Tour vermittelt und teils mit alten Ansichten und Kopien historischer Karten anschaulich macht.

Vom Startpunkt der Tour am Marktbrunnen sind es nur wenige Pedaltritte zur neu gestalteten Hafenmole. Von dort geht es zum Erftmühlengraben und zur Erftmündung. Der Weg führt ein Stück die Erft entlang bis zum Selikumer Park, wo ein Schlenker zum Stauwehr eingeplant ist, bevor der Abzweig zur Obererft genommen wird. Je nach Wetterlage und Kondition der Teilnehmer wird der Nordkanal abgefahren, bevor es wieder Richtung Innenstadt geht – das alles in einem "gemütlichen Tempo". Bei der Zusammenstellung der Route hat er darauf geachtet, interessante Fotomotive am Wegesrand einzubeziehen. Und damit die Radler nicht die Kräfte verlassen, wird eine kurze Rast mit der Sommeredition der "Neusser Ecken" aus der Konditorei Wegel eingelegt.

Bis zum Herbst laden Neuss Marketing und NGZ alle zwei Wochen zu Aktiv-Touren ein, um den Neussern ihre Stadt näher zu bringen. Zu Fuß oder per Rad erkunden die Teilnehmer bekannte wie verborgene Ecken. Begleitet wird die Reihe von einem Foto-Wettbewerb.

(NGZ)