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Neuss: Quirinus soll aufs Ortsschild

Neuss : Quirinus soll aufs Ortsschild

Geht es nach den unseren Lesern, dann müsste der Name des Stadtpatrons zusätzlich die Ortsschilder zieren.

Diese Möglichkeit könnte sich aufgrund einer Initiative der CDU-Landtagsfraktion eröffnen. Die Neusser Nachbarstadt wittert eine große Chance: Im nächsten Monat will Grevenbroichs Bürgermeisterin Ursula Kwasny im Ältestenrat des Stadtrates diskutieren lassen, ob der Werbeslogan "Bundeshauptstadt der Energie" bald die Ortsschilder der Schlossstadt zieren soll.

Denn diese Chance könnte sich schon bald durch eine Initiative der CDU-Landtagsfraktion eröffnen. Deren Antrag soll nach einer Änderung der Gemeindeordnung ermöglichen, auf den Ortsschildern in besonderer Weise für sich zu werben. Zum Beispiel als "Welthauptstadt des Schützenfestes", wie NGZ-Leser Michael Steinfort meint.

Die Neuß-Grevenbroicher Zeitung hat ihre Leser aufgerufen, Vorschläge einzureichen, womit auf Ortsschildern an den Einfallsstraßen zur Stadt geworben werden sollte. Die Palette ist breit, mit ernsten und mit eher humoristischen Beiträgen. Ein klarer Favorit ist der Schutzpatron der Stadt: "(die) Quirinusstadt" wollen viele Neusser, wie zum Beispiel Rudolf Rother, Franz Schlangen und Helmut Wessels, am liebsten lesen.

Weitere Zusätze befassen sich mit den historischen Wurzeln, so wünscht sich Ingo A. Albrecht "Novaesium" als Werbeslogan. Josi Mintel schlägt vor, Neuss als "Schützenstadt" zu benennen. Gusti Strehl verbindet gleich beides in ihrem Vorschlag: " Neuss — die Schützenstadt aus Römerzeit".

Der Norfer Michael Steinfort relativiert seine Idee der "Welthauptstadt des Schützenfestes", weil "jedes Dorf für sich den Anspruch erhebt, das beste und schönste Schützenfest zu feiern". Er gibt in seiner Zuschrift zu bedenken, dass bei einem solchen Vorschlag etwas gefunden werden müsste, "was alle Ortsteile gemeinschaftlich bindet". Mit einem Schild wie "Norf, Stadt Neuss — Quirinusstadt" könnte er sich wenig anfreunden, "das dürfte sicher auch für die Neusser gelten, wenn auf den Schildern ,Neuss — Andreasstadt' stünde".

Andere Einsender schickten Vorschläge, die kaum die erforderliche Dreiviertel-Mehrheit des Stadtrates erhalten würden. Wie die drei Ideen von Klaus Ramakers aus Rommerskirchen-Evinghoven: "Welthauptstadt der Straßenbahntrassenplaner", "Stadt an der Südbrücke", und "Neuss — gegenüber von Kappes-Hamm".

Skeptisch äußert sich Bürgermeister Herbert Napp: "Ich halte wenig davon. Die Beschilderung soll sich auf wesentliche Informationen beschränken." Werbliche Zusätze, die für Außenstehende nicht nachvollziehbar sind, hält er für "deplaziert". Napp glaubt nicht, dass dieses Thema den Stadtrat erreichen wird. Sollte er sich für eine Wunsch-Beschilderung entscheiden, so lautete sie: "Neuss — kreisfreie Stadt."

(NGZ)