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Quirinus-Gymnasium in Neuss: Schüler leiten "Erasmus+"-Projekt

Quirinus-Gymnasium in Neuss : Junge Neusser widmen sich europäischer Geschichte

Für die Schüler am Quirinus-Gymnasium wird es in den kommenden zwei Jahren spannend. Das Gymnasium hat seit diesem Schuljahr die Projektleitung für ein interaktives Geschichts- und Politikprojekt: „Traces of our ancestors“.

Das Projekt wurde vor einem Jahr von Schülern der EF und Q1 und unter der Leitung der Lehrkräfte Sabrina Küpper und Franz Materne in der AG „Quirinus meets Erasmus+“ ins Leben gerufen. In der AG führten die Schüler der Mittel- und Oberstufe eigenständig Regie und diskutierten Ideen für ein Projekt. Bald war klar, dass es einen historischen Fokus haben sollte, jedoch mit klarem Bezug zur Gegenwart. „Mich interessiert die Geschichte unseres Landes sowie anderer Länder, und ich lerne gerne andere Menschen und Kulturen kennen“, erklärt Schüler Anton Lehnhoff. Deshalb unterstützt er das Projekt.

Die Schüler-Gruppe entwickelte die Leitfrage: Wie haben sich einzelne europäische Regionen nach dem Zweiten Weltkrieg und im Zug der europäischen Integration entwickelt? So entstand das Projekt „Auf den Spuren unserer Vorfahren“. Sobald die Projektidee feststand, meldeten die Lehrer das Projekt an. Diesen Sommer hat die Schule die Zusage zur Förderung mit insgesamt fast 137.000 Euro für zwei Jahre des Projekts erhalten. „Wir sind total aus dem Häuschen, dass das Quirinus-Gymnasium an diesem Programm teilnimmt. Diese Erfahrung wird die Schüler nachhaltig prägen“, freut sich Sabrina Küpper, die Spanisch und Geografie unterrichtet. Für die Lehrerin und ihren Kollegen Franz Materne, der Englisch und Sport unterrichtet, ist der interkulturelle Austausch für Schüler neben dem Schulalltag ein besonderes Anliegen.

Das „Erasmus+“-Programm ermöglicht Schulen, gemeinsame Projekte zu entwickeln. Diese werden von der Kultusminister-Konferenz (KMK) unterstützt sowie finanziell gefördert. Ziel des Programms ist es, europäische Partnerschulen zu vereinen, um ein gemeinsames Projekt zu entwickeln. „Meine Freunde und ich sind hoch motiviert das Projekt zu starten. Außerdem habe ich kroatische Wurzeln und freue mich auf den Austausch in Zagreb“, betont Anton Lehnhoff.

Das Quirinus-Team konnte Partnerschulen in Zagreb in Kroatien, Bernalda in Italien, und Rio Maior in Portugal sowie Szubin in Polen für sein Vorhaben begeistern. Alle teilnehmenden Schulen sind Gastgeber für die anderen vier europäischen Schulen. Zwei Lehrkräfte und fünf Schüler haben die Möglichkeit, in die Länder der Partnerschulen zu reisen und fünf bis sechs Tage während der Schulzeit dort zu verbringen. In dieser Zeit werden spannende Themen erarbeitet. Schwerpunkt ist die historische Auseinandersetzung mit der jeweiligen Region.

Die Quirinus-Schüler werden Menschen treffen und befragen sowie dokumentieren, wie diese die Vernetzung der Europäischen Gemeinschaft erlebt haben. Zusätzlich entdecken sie auch die Gegend der Partnerschulen. „Über Europa zu lesen ist das eine, aber Europa selber erfahren eine völlig andere Dimension“, fügt Franz Materne an. „Gerade für diese Schülergeneration, die europäische Krisen kennengelernt hat, ist es wichtig, die Bedeutung der Europäischen Gemeinschaft greifbar zu machen.“ Somit soll ein umfassendes Verständnis für politische, wirtschaftliche und interkulturelle Prozesse innerhalb der Europäischen Union aufgebaut werden.

Der Auftakt des Projekts ist im März 2021 in Zagreb (Kroatien) geplant. Aber natürlich gibt es derzeit einige Unsicherheiten, ob und wie dieser Auftakt wie geplant gestaltet werden kann. Aufgrund der aktuellen Covid-19-Situation sind die Projektkoordinatoren im stetigen Austausch, um den Programmablauf anzupassen. Dennoch ist das Quirinus-Team optimistisch, dass die Besuche zu den Partnerschulen bald stattfinden können.

(NGZ)