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Neuss: Quartierskonzept für Erfttal

Neuss : Quartierskonzept für Erfttal

Beim Advents-Frühstück im Erfttaler Bürgersaal warnte CDU-Stadtverordneter Heinz Sahnen vor Mitarbeitern der Netzwerk-Mitglieder vor einer Verschlechterung der Lebenssituation in dem Stadtteil.

Es ist ein Dankeschön mit Tradition: Das vorweihnachtliche Frühstück, zu dem der CDU-Stadtverordnete Heinz Sahnen gestern zum inzwischen neunten Mal ehrenamtliche und hauptamtliche Helfer in den Bürgersaal im Kontakt Erfttal eingeladen hatte. Der engagierte Ratsherr nutzte das Advents-Frühstück nicht nur, um Komplimente zu verteilen, sondern auch, um Klartext zu sprechen: "Die Zahl der Migranten in Erfttal ist erschlagend — wir stehen vor einer enormen Herausforderung, wenn uns die Integration gelingen soll."

Dem Ruf von Sahnen waren viele Handelnde aus dem Netzwerk Erfttal gekommen: Grundschule, Kita, SKM, DRK, Bauverein, Freundeskreis St. Cornelius und andere. Was sie zu hören bekamen, kannten sie sicherlich, aber kaum in der Deutlichkeit, wie sie Sahnen aussprach. "Wir haben einen großen, insgesamt friedlichen Stadtteil, in dem das Zusammenleben weitgehend funktioniert", sagte der Gastgeber. "Das ist auch ein Erfolg der ehrenamtlichen Mitarbeiter." Allerdings dürfe man nicht vor Entwicklungen die Augen verschließen, die die Situation verschärfen könnten. Während nämlich der Neusser Bauverein als der große Vermieter von Wohnraum durch Sanierungs- und Umgestaltungsmaßnahmen "auf eine sozialverträgliche Mischung von Bevölkerungsgruppen achte", geschehe dies in den Wohnblöcken an der Euskirchener Straße 42-76 nicht. Die Berliner Immobiliengesellschaft lasse einen "ungezügelten Zuzug von Migranten aus dem Kosovo, Albanien und anderen Ländern zu", kritisierte Sahnen. "Das führt zu erheblichen Problemen."

Aber auch die Geschäftssituation sei unbefriedigend. So verfüge der Stadtteil mit rund 5300 Einwohnern seit dem Sommer über keinen Bäcker mehr. Wichtig sei, so Sahnen, dass die vorhandenen Freizeitangebote erhalten bleiben.

Ein neues Angebot soll im Januar ins Leben gerufen werden. Unter der Federführung des SKM und in Zusammenarbeit mit dem Selbsthilfenetzwerk "Pro Pflege" soll ein Quartierskonzept entwickelt werden. In einem ersten Treffen am 18. Januar, 14 Uhr im Bürgerhaus, sollen Ideen gesammelt werden, wie eine wohnortnahe Versorgung (also Hilfe, Betreuung und Pflege) von älteren und pflegebedürftigen Menschen im Stadtteil unterstützt werden kann. Eine Initiative, die auch vom SkF unterstützt wird. Deren neue Vorsitzende Stefanie Sassenrath war Gast des Advents-Frühstücks. Sie erläuterte den knapp 50 Gästen Aufgabe und Bedeutung des Sozialdienstes katholischer Frauen, bei dem in Neuss 180 Frauen ehrenamtlich tätig sind.

(NGZ)