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Neuss: Prozess gegen Edeka-Verwüster hat begonnen

Neuss : Prozess gegen Edeka-Verwüster hat begonnen

Vor dem Düsseldorfer Landgericht ist am Mittwoch gegen den 32-jährigen Neusser verhandelt worden, der vor zwei Wochen den Edeka-Markt am Berghäuschensweg verwüstete und in Brand zu setzen versuchte.

Das Landgericht Düsseldorf hat am Zeugen des Überfalls auf den Edeka-Markt am Berghäuschensweg angehört. Die Verhandlung gegen den 32-jährigen Neusser wurde gestern vertagt, das Urteil soll Ende März verkündet werden, wie Gerichtssprecher Andreas Vitek unserer Zeitung sagte.

Foto: A. Woitschützke

Vor gut zwei Wochen war der Beschuldigte in den Markt gekommen und hatte dort versucht, mithilfe von Brennspiritus Feuer zu legen. Laut Polizeiangaben stand der Mann unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen, randalierte in dem Geschäft und bedrohte eine Angestellte, die sich ihm in den Weg stellen wollte. "Die Anklage geht davon aus, dass der Mann schwer psychisch gestört ist", sagt Gerichtssprecher Vitek.

Foto: Woitschützke, Andreas

Es sei daher nicht auszuschließen, dass der Beschuldigte nach dem Urteil, dass eine mehrjährige Haftstrafe beinhalten könne, in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen wird. Der 32-jährige Neusser steht für den Vorfall in dem Edeka-Markt wegen Brandstiftung, Sachbeschädigung, Körperverletzung und Bedrohung vor Gericht. Die Verhandlung gegen ihn ist Teil eines laufenden Verfahrens, denn polizeilich bekannt ist der Beschuldigte wegen mehrerer Vergehen.

So soll er vor einem Jahr im Lukaskrankenhaus Ärzte und Pfleger mit einem Messer bedroht haben, um an Medikamente zu gelangen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm räuberische Erpressung vor, geht aber offenbar nicht davon aus, dass der Mann voll schuldfähig ist.

Während die Tat auf der strafrechtlichen Seite zu einem Abschluss gebracht wird, sind die Marktbetreiber weit davon entfernt, unter dieses Kapitel einen Schlussstrich zu ziehen. Immerhin: Der Humor hat sie nicht verlassen. "Heiße Preise" verspricht Inhaber Johannes Niehsen angesichts der Brandstiftung zur morgigen Wiedereröffnung und fügt auf Handzetteln hinzu: "Frisch aus dem Rauch".

Im Edeka-Markt hatte der Täter vor allem Sachschaden angerichtet. Weil es aber in dem Ladenlokal brannte und die Flammen mit Feuerlöschern bekämpft werden mussten, ordnete das Umweltamt eine Grundreinigung an, um wirklich alle Rauch- und Löschpulverrückstände zu beseitigen. Das bedeutete für den Markt eine 14-tägige Zwangspause.

Das Geschäft wurde geräumt, der Warenbestand an die Versicherung abgetreten, die das Gesamtpaket an einen Hamburger Havaristen verkaufte. Der gilt als Spezialist für solche Schäden und wird in seinen Lagerhallen aussortieren, was über einen Abverkauf noch an den Mann gebracht werden kann. Für eine solche Sortier- und Reinigungsaktion hätte Niehsen weder den Platz noch das Personal gehabt.

(NGZ/top)