Neuss: Protest verhindert Karibische Nacht

Neuss: Protest verhindert Karibische Nacht

Veranstalter darf keine Südbad-Party machen. Stadtwerke mit neuem Akzent.

Die Beschwerden eines Anwohners am Südbad haben zur Folge, dass es in diesem Jahr keine "Karibische Nacht" dort geben wird. Man habe abgewogen, berichtet Stadtwerkesprecher Jürgen Scheer, und dem Veranstalter die unternehmerische Entscheidung mitgeteilt, in diesem Jahr einen anderen Akzent setzen zu wollen. Konkret wird darüber nachgedacht, zur Fußball-Weltmeisterschaft im Juni ein "Public Viewing" zu veranstalten. Als Ort für die Live-Übertragung der Spiele ist die Eissporthalle am Südpark im Gespräch.

Marc Pesch, seit Start der "Karibischen Nächte" Veranstalter dieser Sommer-Party am Beckenrand, bedauert die Entscheidung der Stadtwerke. "Die Party war mit 600 bis 800 Besuchern immer ausverkauft", sagt Pesch, der mit Verständnis zur Kenntnis nimmt, dass die Stadtwerke aus Rücksicht auf einen einzigen Anwohner so entschieden haben.

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Ein ähnliches Probleme gebe es in Kaarst, wo er mit der Carolus-Gesellschaft ein Oktoberfest veranstaltet - das dann auf Druck aus der Nachbarschaft um 22 Uhr beendet sein muss, sagt Pesch. Die wenigsten Probleme habe er in Dormagen: "Die Menschen dort sind halt rheinisch-feierfreudig".

In Neuss bleibt Pesch (Mit)-Veranstalter der "Party der Stadt" im Rennbahnatelier, des "Gildefieber", oder der Veranstaltungsreihe "Neuss elektrisch", ein "Public Viewing" wie zur Europameisterschaft vor zwei Jahren stellt er aber nicht mehr auf die Beine. Denn obwohl dieses "Rudelgucken" als Familienveranstaltung konzipiert und völlig problemlos verlaufen sei, sollte er zehn bis 15 Mann Sicherheitsdienst aufbieten - und bezahlen. Das sei nicht finanzierbar, sagt Pesch. Für ihn nicht. Die Stadtwerke haben vielleicht andere Möglichkeiten.

(-nau)