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Neuss: Profi-Tipps gegen Einbrecher

Neuss : Profi-Tipps gegen Einbrecher

Fenster, Balkon-, Terrassen-, Haus- und Wohnungstüren sowie Lichtschächte – Einbrecher kennen die Schwachstellen in Haus und Wohnung. Ein Experte der Kripo erklärt, wie man sich vor Einbrechern schützen kann.

Fenster, Balkon-, Terrassen-, Haus- und Wohnungstüren sowie Lichtschächte — Einbrecher kennen die Schwachstellen in Haus und Wohnung. Ein Experte der Kripo erklärt, wie man sich vor Einbrechern schützen kann.

In 80 Prozent der Fällen kommen die Einbrecher durch Fenster oder Türen in Häuser und Wohnungen. Daher sollten diese besonders gesichert sein. Wie das geht, weiß die Abteilung Kriminalprävention und Opferschutz bei der Kreispolizeibehörde.

"Ungefähr fünf Minuten versucht ein Einbrecher, eine Tür oder ein Fenster zu öffnen. Wenn' s dann nicht klappt, ist er weg, weil er Angst hat, entdeckt zu werden", sagt Jochen Hilgers von der Kriminalprävention. Damit erst gar nicht der Versuch gestartet wird, in Haus oder Wohnung einzudringen, rät der Kriminalhauptkommissar, das Haus unbedingt bewohnt aussehen zu lassen. Das heißt:

1. Rollläden nachts herunterlassen, tagsüber hochziehen

2. Licht einschalten. Wer länger weg ist, sollte eine Zeitschaltuhr nutzen.

3. Radio anstellen.

4. In der Urlaubszeit die Post abbestellen, auch die Tageszeitung.

5. Jemanden beauftragen, der den Rasen mäht.

Wer sein Haus oder seine Wohnung verlässt, sollte alle Fenster und Balkontüren schließen, also nicht in Kippstellung lassen, und die Haustür nicht nur zuziehen, sondern auch abschließen, zwei Mal. "Auf keinen Fall sollten Hausschlüssel draußen deponiert werden, zum Beispiel unter einem Blumentopf oder der Fußmatte", sagt Hilgers. Denn: Einbrecher sind Profis und kennen jedes Versteck.

Was sie allerdings in der Regel nicht sind, weiß Hilgers, sind Gewalttäter. Sie fordern die Konfrontation mit den Opfern nicht heraus, sondern versuchen, jeden Kontakt zu meiden, weshalb scheinbar bewohnte Häuser bereits abschreckend wirken. Auch die Angst vor Vandalismus, falls sie nicht das Gewünschte — in der Regel Schmuck und Geld — finden, sei meist unbegründet, so Hilgers. "Dafür haben die gar keine Zeit", sagt er.

Wer allerdings zu Hause ist und bemerkt, dass ein ungebetener Gast durch die eigenen vier Wände schleicht, sollte nicht den Helden spielen wollen, sondern sich bemerkbar machen, damit der Eindringling schnell das Weite sucht. "Versucht man einen Einbrecher an der Flucht zu hindern, zieht man meist den kürzeren", sagt der Fachmann.

Auch die landesweite Kampagne des Innenministeriums "Riegel vor" macht nochmals auf die gute Sicherung von Fenstern und Türen aufmerksam — und propagiert eine Kultur des Hinsehens und Handelns. Denn auch das macht es den Einbrechern schwer. " Wenn einem etwas verdächtig vorkommt, sofort die 110 anrufen", rät Hilgers und daher sollte man am besten ein Telefon neben dem Bett haben. Beratungstermine unter Tel. 02131 3000.

(NGZ/rl/top)