Neuss: Privatversicherung bleibt Kerngeschäft

Neuss : Privatversicherung bleibt Kerngeschäft

Der Vorstand der Rheinland-Versicherungsgruppe sprach auf dem blauen NGZ-Sofa über das Versicherungsgeschäft.

Herr Buchbender, die Kriminalstatistik ist alarmierend — deutschlandweit hat im vergangenen Jahr die Zahl der Wohnungseinbrüche stark zugenommen. Zugleich ist die Aufklärungsquote äußerst gering. Wie nehmen Sie als Versicherer diese schlechten Nachrichten auf?

Christoph Buchbender Natürlich beobachten wir diese Tendenz sehr aufmerksam, weil sie direkte Auswirkungen auf unser Geschäft hat. Wenn ein Versicherter durch Einbruchdiebstahl geschädigt worden ist, ist das in der Regel ein Fall für uns, denn üblicherweise verläuft die Anzeige gegen Unbekannt im Sande, und die Versicherung übernimmt die Sachschäden. Man muss als Privatperson also die richtige Vorsorge treffen, was auch geschieht: Rund 85 Prozent aller Haushalte haben eine Hausratversicherung, die entsprechende Schäden abdeckt.

Ich möchte in diesem Zusammenhang das Stichwort Hausratversicherung aufgreifen. Bilden Versicherungen im privaten Bereich für Sie immer noch das Kerngeschäft?

Buchbender Ja. Das betrifft aber nicht nur uns, sondern auch andere, viel größere Gesellschaften. Hausrat-, Haftpflicht- oder Kfz-Versicherungen sind für ein Versicherungsunternehmen freilich mal mehr, mal weniger ertragreich. Das darf aber unseren Blick nicht verstellen, denn im direkten Kundenkontakt ist das Wichtigste eine qualifizierte und objektive Beratung. Man muss sich also ernsthaft mit den individuellen Schutzbedürfnissen des Gegenübers beschäftigen: Eine junge Familie hat einen anderen Bedarf als ein Mann mittleren Alters. Unfallversicherung, Hausrat- und Haftpflichtversicherung gehören aber in jedem Fall zur Grunddeckung.

Sie sind solide aufgestellt — das ist ein gutes Signal für den Standort Neuss, der für die RheinLand eine besondere Bedeutung hat.

Buchbender Das ist richtig. Von Beginn an, das heißt seit Gründung der RheinLand im Jahre 1880, sind wir in Neuss ansässig. Vor 15 Jahren, als wir unweit des Bahnhofs am Hafen neu gebaut haben, haben wir uns gewissermaßen erneut für Neuss entschieden — aus Verbundenheit zum Standort und zu den Menschen.

Damit kommen wir zum gesellschaftlichen Engagement der RheinLand in der Region. Sie gehören zu den Initiatoren des Vereins "Partner für Sport und Bildung", um den herum sich ein wachsender Sponsorenkreis gruppiert ...

Buchbender ... zu dem neben der RheinLand auch die Neuß-Grevenbroicher Zeitung gehört. Es ist bekannt, dass wir im Verbund mit anderen Förderern in den zurückliegenden Jahren den heimischen Sport und Veranstaltungen wie den Sommernachtslauf bereits kräftig unterstützt haben. Diesen Weg setzen wir nun unter neuen Vorzeichen fort. Mehr als 20 Sponsoren engagieren sich, indem sie Geld und Sachmittel oder Jobangebote zu Verfügung stellen. Wir wollen jungen, talentierten Sportlern etwas bieten, indem wir sie nicht nur bei ihrem sportlichen Erfolg unterstützen, sondern unter dem Stichwort Bildung Weichen stellen, damit sie auch jenseits der Sportkarriere für die Zukunft gerüstet sind.

Wer Sie kennt, weiß, dass Ihr Herz nicht nur für den Sport, sondern auch für die Schützen schlägt. Ihre Schützenlaufbahn begannen Sie als aktiver Jäger, doch seit mittlerweile 20 Jahren sind sie Komiteemitglied; die Umzüge erleben sie folglich aus der Kutsche. Könnten Sie sich vorstellen, wieder einmal im Glied mitzumarschieren?

Buchbender (lacht) ): Ich weiß, worauf Sie hinauswollen! Mit 17 Jahren bin ich Mitglied im Jägerzug "Greenhorn" geworden. Das war meine unbeschwerte Jugendzeit, die ich in den Reihen meiner Zugkameraden sehr genossen habe. Ich habe dann aber schon sehr bald auch innerhalb des Jägerkorps Mitverantwortung übernommen — und schließlich bin ich ins Komitee berufen worden, was ich nach wie vor als wirkliche Ehre betrachte. Ja, es ist richtig: Kirmes fährt das Komitee in der Kutsche. Aber das ist in erster Linie Tradition, man sollte daraus keine falschen Rückschlüsse hinsichtlich unseres Selbstverständnisses ziehen. Im Komitee zu sein, bedeutet übers Jahr betrachtet mehr Arbeit, als mancher glauben mag. Für mich ist klar: Man muss solch ein Engagement mit dem Herzen machen, sonst ginge das gar nicht.

(NGZ/rl)
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