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Schießerei und Feuer in Neuss: Polizei rätselt über Anschlagserie auf Pizzeria

Schießerei und Feuer in Neuss : Polizei rätselt über Anschlagserie auf Pizzeria

In einer kleinen Pizzeria in Neuss-Weckhoven legten Brandstifter zum wiederholten Mal ein Feuer. Das Lokal wurde damit schon zum dritten Mal innerhalb weniger Monate zum Tatort. Die Polizei prüfe, ob es einen Zusammenhang zwischen allen drei Taten gibt, berichtet Hans-Willi Arnold, Sprecher der Polizei im Rhein-Kreis Neuss. Auch die tamilischen Inhaber des Lokals zählen noch zum Kreis der Tatverdächtigen.

Seit gut 15 Jahren betreibt die Familie das Restaurant in dem Ladenzentrum in Weckhoven. 2007 brannte es dort zweimal, einmal bestand der Verdacht auf Brandstiftung. Dieser Fall ist ebenso noch ungeklärt wie Einbrüche, bei denen Geldspielautomaten ausgeräumt wurden. Im August drangen zudem unbekannte Einbrecher ein und räumten einen Tresor in einem Hinterzimmer aus. Anfang Oktober stand kurz vor Feierabend ein unbekannter Maskierter in dem Lokal und schoss dreimal scharf in den Schankraum, ohne jedoch Gäste oder die Inhaber gezielt ins Visier zu nehmen. In der Nacht zum Montag wiederum wurde im Lager der Gaststätte Feuer gelegt. Den Sachschaden gibt die Polizei mit mehreren zehntausend Euro an. "Jetzt haben wir nichts mehr", klagt die Inhaberin. "Wir können nach Hause gehen — und zwar für immer."

Die Polizei ermittelt derzeit noch in alle Richtungen, erklärt Arnold. Der Staatsschutz allerdings ist nicht mehr beteiligt. Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund hatten sich bei den Ermittlungen nach den Schüssen nicht ergeben.

 Nivetha Uthayakumar (r.) mit Mutter: "Alles verloren."
Nivetha Uthayakumar (r.) mit Mutter: "Alles verloren." Foto: woi
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Im Ort sorgt der neuerliche Polizeieinsatz für Unruhe. "Einige Weckhovener sorgen sich um Leib und Leben", berichtet der Stadtverordnete Thomas Kattner. Der Vermieter allerdings verweist auf andere Aspekte. Die Wirtefamilie sei seit über einem Jahr jede Mietzahlung schuldig geblieben, sagt er. Den Tamilen wurde der Vertrag fristlos und noch einmal fristgerecht gekündigt. Anfang Dezember geht der Fall nun vor Gericht.

(RP)