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Polizei in Neuss hält an Ermittlungskommission „Mühle“ fest

Einbrecherbande in NRW : Polizei Neuss sucht Besitzer von sichergestelltem Diebesgut

Vier Wochen nach Zerschlagung einer Einbrecherbande kann die Ermittlungskommission „Mühle“ den Inhaftierten verdächtige Taten zuordnen. Nun sucht die Polizei nach den Beute-Eigentümern.

Der massenhafte Kindesmissbrauch in Lügde hat landesweit eine Debatte über die Struktur der Polizei entfacht. „In keinem anderen Bundesland ist die Polizeistruktur so zersplittert wie in NRW mit 29 Landratsbehörden und 18 Polizeipräsidien“, erklärte Verena Schäffer, die innenpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag. Die fordern eine Zentralisierung, mit der – wie schon einmal vor einigen Jahren diskutiert – vor allem die Kreispolizeibehörden zur Disposition gestellt würden. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (CDU), qua Amt Leiter der Polizei im Rhein-Kreis, hält davon gar nichts. „Ich kenne keine ernstzunehmende Stelle, die das vorgeschlagen hat“, sagt er auf Nachfrage. Die Kreispolizeibehörden hätten sich bewährt, und er sehe keinen Anlass, das zu ändern.

Einen Beleg für effektive Polizeiarbeit in einer solch ländlichen „Landratsbehörde“ hat die Ermittlungskommission „Mühle“ geliefert, die im zentralen Kriminalkommissariat 14 der Polizei im Rhein-Kreis angesiedelt ist. Ihr gelang Mitte Januar ein Schlag gegen albanische Wohnungseinbrecher, die zur Festnahme von drei nach wie vor inhaftierten Tatverdächtigen im Alter von 32, 34 und 36 Jahren führte. Auf einen Schlag war damit eine Serie von 64 Wohnungseinbrüchen aufgeklärt, die seit Oktober 2018 aktenkundig geworden waren. Die Tatorte verteilten sich über ganz NRW (mit einem Schwerpunkt am Niederrhein), vereinzelt stiegen die Einbrecher auch in Häuser in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz ein. Und die EK „Mühle“ legt jetzt nach.

„64 Einbrüche waren schon eine sehr hohe Zahl“, sagt Polizeisprecherin Diane Drawe, doch im Zuge weiterer Ermittlungen konnten dem Trio noch einige Taten mehr zugeordnet werden. „Allerdings war kein Einbruch im Rhein-Kreis darunter“, ergänzt sie. Dort werden dem Trio bislang elf „Brüche“ angelastet. Aber die Arbeit der Fahnder ist ja noch nicht abgeschlossen.

Die Ermittlungskommission „Mühle“ besteht nach wie vor und ist unter der Leitung von Kriminaloberkommissar David Dogan noch immer mit der Aufarbeitung aller sichergestellten Spuren beschäftigt. Allerdings in unterschiedlicher Personalstärke. Die Zahl der Mitarbeiter, die der EK „Mühle“ zugeordnet sind, hänge unter anderem von der Arbeit des Landeskriminalamtes ab, wo zum Beispiel die gefundenen DNA-Spuren analysiert werden, sagt Drawe. Ihren Ergeb- und Erkenntnissen müssen von den Schwerpunktermittlern in Neuss Taten zugeordnet werden. Drawe: „Das ist viel handwerkliche Polizeiarbeit.“

Aktuell hat EK „Mühle“ noch ein anderes Problem, mit dem sich die Polizei an die Öffentlichkeit wendet. Direkt nach der Festnahme am 14. Januar in Krefeld hatten die Fahnder im Auftrag der Staatsanwaltschaft Düsseldorf auch die Wohnungen der Verdächtigen durchsucht. Obwohl die Einbrecher die meisten Beutestücke schon zu Geld gemacht hatten, stellten die Beamten umfangreiches Beweismaterial sicher. Während die meisten so gesicherten Beutestücke inzwischen zugeordnet sind, gibt es vereinzelt Beweisstücke, deren Eigentümer noch nicht ermittelt werden konnten. Die Polizei hat Bilder von ihnen veröffentlicht und bittet um Hinweise auf die ehemaligen Besitzer dieser Gegenstände unter der Rufnummer 02131 3000.