Polizei im Rhein-Kreis Neuss stellt Kriminalitätsstatistik für 2018 vor

Kriminalität im Rhein-Kreis Neuss : Zahl der Straftaten sinkt auf 15-Jahres-Tief

2018 gab es in allen kreisangehörigen Kommunen weniger Wohnungseinbrüche als im Vorjahr. Das zeigt die jüngste Kriminalitätsstatistik. In Neuss gab es mehr Gewaltdelikte als sonst. Sorge bereiten der Polizei Messerstechereien.

Die Polizei hat 2018 in den acht Kommunen des Rhein-Kreises Neuss 27.544 Straftaten registriert. Damit meldet die Kreispolizeibehörde erneut einen Rückgang der Straftaten: Die Fallzahlen sollen insgesamt auf ein 15-Jahres-Tief gesunken sein. Zum Vergleich: 2014 hat die Polizei kreisweit mehr als 32.000 Straftaten registriert. Die Aufklärungsquote liegt 2018 mit 53,4 Prozent beinahe auf dem gleichen Niveau wie 2017.

Trotzdem: Die Zahl der Straftaten ist in Neuss, Grevenbroich, Dormagen und Rommerskirchen leicht gestiegen. Gesunken ist sie hingegen in Jüchen, Kaarst, Korschenbroich und Meerbusch. Mehr als ein Drittel der Taten (11.362) fallen der jetzt vorgestellten Kriminalitätsstatistik zufolge in die Rubrik der Diebstahlsdelikte, zu denen auch Wohnungseinbrüche zählen. 927 Mal sind Einbrecher 2018 in Wohnungen eingedrungen. Erfreulich: Diese Zahl ist stark rückläufig. 2017 waren es fast 300 Fälle mehr. Und: Die Aufklärungsquote liegt mit 23 Prozent deutlich über der aus dem Vorjahr.

Die Einbruchszahlen sind in allen acht Kommunen zurückgegangen, besonders stark in Dormagen (von 216 auf 123 Fälle). Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der auch Chef der Kreispolizeibehörde ist, verwies auf zwei große Ermittlungserfolge aus den vergangenen Monaten, bei denen jeweils Verdächtige festgenommen werden konnten, auf deren Konto mutmaßlich Dutzende Einbrüche gehen. Die Wahrscheinlichkeit, von einem Einbruch betroffen zu sein, liege im Rhein-Kreis Neuss bei 0,4 Prozent oder – anders ausgedrückt – bei eins zu 250.

In der Kreis-Statistik rückläufig ist auch die Zahl der Gewaltdelikte: 2018 wurden kreisweit 807 Fälle registriert, etwas weniger als 2017. Die Aufklärungsquote liegt bei 80 Prozent. Deutlich mehr Gewaltdelikte als im Vorjahr wurden in Neuss registriert (404 statt zuvor 349) und in Grevenbroich (133 statt 110). Den Gewaltdelikten werden auch Messerangriffe zugeordnet, mit denen gefährliche Körperverletzungen begangen werden. Landrat Petrauschke teilt den Eindruck mit Kripo-Chef Hans-Werner Winkelmann und dem leitenden Polizeidirektor Friedhelm Hinzen, dass die Zahl der Messerstechereien steigt. Einzeln erfasst werden Straftaten, bei denen Messer im Spiel sind, allerdings nicht.

Petrauschke ging auf zwei Fälle gesondert ein: Anfang Oktober soll ein 33 Jahre alter Mann in Meerbusch seine Bekannte mit einem Messer am Hals verletzt haben. Er wurde festgenommen. „Einige Tage später eskalierte in Grevenbroich ein Streit zwischen zwei Männern, bei dem der eine den anderen mit mehreren Messerstichen verletzt hat.“ Laut Polizei gab es im Jahr 2018 kreisweit sechs Ermittlungsfälle wegen versuchter oder ausgeübter Tötungsdelikte.

Kripo-Chef Hans-Werner Winkelmann betonte bei der Vorstellung der Zahlen, dass sich Zeugen von Straftaten niemals selbst in Gefahr bringen sollten. Vielmehr seien Hinweise über den Notruf 110 direkt an die Polizei hilfreich. So konnte 2018 in Dormagen-Hackenbroich auch ein Tankstellen-Räuber kurz nach seinem Überfall gestellt werden.