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Neuss: Polizei fahndet nach Schläger

Neuss : Polizei fahndet nach Schläger

Die Polizei sucht einen 45-Jährigen, dem versuchter Totschlag vorgeworfen wird. Er hatte sein Opfer in der Nähe des Busbahnhofs am Zolltor schwer verletzt. Die CDU fordert, zu prüfen, ob die Haltestelle ein Gefahrenpunkt ist.

Das Blut klebt noch auf der Treppe, die vom Spielplatz hinter dem Busbahnhof am Zolltor in Richtung Wierstraetweg führt. Die Zeugen sind noch da: Wohnungslose, die hinter dem Spielplatz auf der Bank sitzen.

Auf der Treppe, die zum Busbahnhof führt, fand der Übergriff des Täters statt, den die Polizei nun mit einem Foto: Für Hinweise, die zum Gesuchten Richard Klaff führen, sind 500 Euro Belohnung ausgesetzt. Fotos: Polizei/ woi

Die Tat — eine Schlägerei mit versuchtem Totschlag — liegt zu diesem Zeitpunkt zwei Tage zurück. Erst gestern informierte die Polizei über den Vorfall, bei dem am Dienstag ein 44-Jähriger mit dem abgeschlagenen Hals einer Bierflasche schwer am Hals verletzt worden war.

Aus "ermittlungstaktischen Gründen", sei über den Vorfall erst so spät berichtet worden, sagt Polizeisprecherin Diane Drawe, die nun einen Fahndungsaufruf veröffentlicht hat. Denn der Täter ist auf der Flucht. Den Tathergang schildert die Polizei wie folgt: Gegen 18 Uhr sei es am Dienstag in der Nähe des Busbahnhofs zwischen dem späteren Opfer und einem 45-jährigen Mann zu einer Schlägerei gekommen.

Der Streit der beiden Männer, beide sollen alkoholisiert gewesen sein, eskalierte. Der Angriff mit dem abgeschlagenen Hals der Bierflasche habe zu schweren Schnittwunden beim Opfer geführt, die im Krankenhaus behandelt wurden.

Die Identität des Angreifers stand zuerst nicht fest, die Fahndung verlief erfolglos. Ermittlungen der Kriminalpolizei führten dann am Mittwoch zur Identifizierung des Flüchtigen. Es handelt sich demnach um den 45-jährigen Neusser Richard Klaff. Eine Belohnung von 500 Euro für Hinweise, die zu seiner Ergreifung führen, wurde ausgesetzt.

Staatsanwalt Matthias Ridder sagte, der Gesuchte sei "mehrfach vorbestraft, etwa wegen Körperverletzung". Die Höhe der Belohnung sei bei Kapitaldelikten nicht unüblich, zumal die Polizei auf Hinweise angewiesen sei. Den Namen des Flüchtigen erhielt die Kriminalpolizei nach Aussage von Ridder durch Zeugenaussagen und: "Auch der Geschädigte, der überlebt hat, hat den Mann identifiziert." Zur Tötungsabsicht erklärte der Staatsanwalt: "Es war auf jeden Fall ein zielgerichteter Angriff."

Unterdessen fordert der Fraktionsschef der Neusser CDU, Jörg Geerlings, mehr für die Sicherheit in der Innenstadt zu tun. Es müsse geprüft werden, ob es sich bei der Gegend am Busbahnhof um einen Gefahrenpunkt handele, sagte Geerlings, während der Neusser Ordnungsdezernent Stefan Hahn forderte, "nichts zu dramatisieren". Aber: "Wir werden das mit der Polizei und dem kommunalen Sicherheitsdienst aufarbeiten", so Hahn.

(NGZ/rl)