1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Rhein-Kreis Neuss: Politiker halten an Mandat fest

Rhein-Kreis Neuss : Politiker halten an Mandat fest

Die gestrige Auflösung des Landtages überraschte auch die sechs Landtagsabgeordneten aus dem Kreis. Die Mehrheit will ihre Arbeit fortsetzen und strebt eine erneute Kandidatur an – Fritz Behrens (SPD) zaudert noch.

Die gestrige Auflösung des Landtages überraschte auch die sechs Landtagsabgeordneten aus dem Kreis. Die Mehrheit will ihre Arbeit fortsetzen und strebt eine erneute Kandidatur an — Fritz Behrens (SPD) zaudert noch.

Das Wahlplakat von der Kampagne 2010 hängt noch immer im Arbeitszimmer von Hans-Peter Fantini. Dort wird es hängen bleiben können, denn der FDP-Mann, vor zwei Jahren in Neuss kurzfristig als Kandidat aufgestellt, will nicht noch einmal Landtags-Wahlkampf in eigener Sache machen. Eine Ausnahme im politischen Betrieb, denn mit Auflösung des Landtages zeigte sich gestern von den sechs Abgeordneten aus dem Rhein-Kreis nur Fritz Behrens (SPD) unschlüssig, ob er sich noch einmal um ein Mandat bewirbt.

Die um drei Jahre vorgezogenen Wahlen könnten politische Laufbahnen unterbrechen, sie eröffnen aber auch die Chance auf ein Comeback — oder einen ersten Auftritt auf Landesebene. Edmund Feuster (SPD), von 2000 bis 2005 im Landtag und danach zwei Mal im Wahlkreis Grevenbroich, Dormagen, Rommerskirchen unterlegen, ließ sich gestern nicht in die Karten schauen, ob er antritt: "Ich werde mich nicht über die Presse outen."

Dieter Welsink, Vorsitzender der CDU im Kreistag und schon vor zwei Jahren an einer Kandidatur für das Landesparlament interessiert, wurde da schon deutlicher: "Die Frage einer Kandidatur stellt sich nicht", sagte der Dormagener, und nimmt sich so früh aus dem Rennen. Mit guter Begründung, wie er findet: "Die Mandate im Rhein-Kreis sind sehr gut besetzt mit drei jungen und guten Leuten", sagt er mit Blick auf Jörg Geerlings (Neuss), Wiljo Wimmer (Dormagen) — beide zum ersten Mal im Landtag — und Lutz Lienenkämper (Meerbusch). Die verbreiteten am Abend das Angebot an "unsere Christlich-Demokratische Union, die gemeinsame Arbeit fortzusetzen".

Fritz Behrens und die Neusser SPD wollen sich ein paar Tage Zeit nehmen bevor entschieden wird, wer für die SPD in Neuss in den Wahlkampf zieht. Bei einem regulären Wahltermin in 2015 wäre er nicht noch einmal angetreten, stellt der ehemalige Innenminister Behrens klar. Die gestrigen Beschlüsse in Düsseldorf aber ändern die Lage — nicht zuletzt weil von seinem Mandat drei Arbeitsplätze abhängen. "Wenn er noch mal möchte", daran lässt der SPD-Vorsitzende Benno Jakubassa keinen Zweifel, "daran soll er auch." Gleichwohl hat Jakubassa ein oder zwei Namen von möglichen Kandidaten im Hinterkopf. Politikern, die für Neuss ein Gewinn sein könnten — auch wenn sie nicht gewählt würden. So wie einst Annemarie Renger und Friedhelm Farthmann. Was Jakubassa verdrießt: "Das Geld, das wir für diesen Wahlkampf ausgeben müssen, hatten wir für andere gespart."

Die Grünen in Neuss haben sich ihre Wahlkampfgelder gerade erst durch die Mitglieder freigeben lassen. "Wir können sofort loslegen", sagt Susanne Benary-Höck. Ihre Partei sandte das eindeutigste Signal. "Wir werden unser jetziges Landtagsmitglied Hans-Christian Markert wieder vorschlagen", teilte Roland Kehl mit — und der Kaarster will auch. Zunächst aber muss Markert, der 2010 über die Landesliste erstmals in den Landtag einzog, auf einem Sonderparteitag um seine Nominierung kämpfen. So wie auch Oliver Keymis (Grüne) aus Meerbusch, seit 2000 im Landtag. Seine politische Karriere sei gestern "abrupt unterbrochen worden", sagt er, aber er will sie fortsetzen: "Ich habe noch so viel vor."

(NGZ)