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Neuss: Politik: Schulkonzept ist "mangelhaft"

Neuss : Politik: Schulkonzept ist "mangelhaft"

Wenn die neue, dritte Gesamtschule im Sommer 2011 an den Start gehen kann, wird es ein "faires und transparentes" Anmeldeverfahren geben. Das kündigen Bürgermeister Herbert Napp und Schuldezernentin Christiane Zangs an.

Nach ihren Worten hat die Bezirksregierung angekündigt, dass eine "junge, dynamische und hoch engagierte Person das Anmeldeverfahren leiten wird", wie Napp es formuliert. Das wird parallel zu den Anmeldungen für die anderen weiterführenden städtischen Schulen ablaufen.

Die neue Entwicklung — mit Umzug der Mildred-Scheel-Realschule nach Gnadental — beurteilt die SPD positiv: "Auf diesem Weg kommt die dritte Gesamtschule und die beiden Realschulen bleiben erhalten", sagte die schulpolitische Sprecherin Gisela Hohlmann. Sie zeigte sich entsetzt, "wie wenig wir uns auf die fachliche Zuarbeitung der Verwaltung verlassen können."

Der komplette, zweigeteilte Ratsantrag war von der Bezirksregierung als nicht genehmigungsfähig bezeichnet worden — aus rechnerischen und pädagogischen Gründen. Die CDU erklärte gestern ihr "grundsätzliches Einverständnis", so Fraktionschef Karl Heinz Baum, zur neuen Schulplanung. "Gleichwohl muss das Antragsverfahren der Verwaltung hinterfragt werden."

Die Grünen bezeichnen die Arbeit der Verwaltung als "mangelhaft". Sprecher Dieter Zander: "Peinlich für die Verwaltung und ärgerlich für die Politik, die nun eine neue Lösung beschließen muss." Die FDP spricht vom Ende der "Basta-Politik". Fraktionsvorsitzender Heinrich Köppen: "Es war immer um die Frage gegangen, ob der Errichtung einer Gesamtschule andere Schulen geopfert werden. Diesen Versuch des Bürgermeisters hat die Bezirksregierung dankenswerterweise abgeblockt."

Die FDP hatte sich in drei Eingaben bei der Bezirksregierung für die Mädchen-Realschule stark gemacht. Eine "klare Abfuhr für die Verwaltungspläne" nennen die Linken die Reaktion der Bezirksregierung. Der jetzige Vorschlag entspreche voll dem Elternwillen. Der "Basta-Politik der Rathausspitze" müsse jetzt der Dialog mit allen Akteuren auf Augenhöhe folgen, so Bernhard Pickert-Goldenbogen.

(NGZ)