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Politik in Neuss fordert vom Lukaskrankenhaus Hilfe gegen Parkplatznot ein

Parkplatznot im Stadionviertel in Neuss : Politik fordert vom „Lukas“ Hilfe gegen Parkplatznot ein

Seit Jahren schwelt der Konflikt um fehlende Parkplätze, jetzt erhöht die Politik den Druck. Anwohner rund um das Lukaskrankenhaus haben angefangen, selbst „Knöllchen“ zu verteilen und Falschparker anzuzeigen.

„Aus reiner Notwehr“, wie eine Anwohnerin der Ehrlichstraße an den Stadtverordneten Sascha Karbowiak (SPD) schreibt. Der fordert schon seit 2012 zur Entschärfung der Parksituation ein Gesamtverkehrskonzept für das Quartier und verlangt nun von den Verantwortlichen im Krankenhaus einen substanziellen Beitrag zur Entschärfung der Parksituation im Stadionviertel.

Den hat das Haus auch nach Ansicht anderer Fraktionen bislang vermissen lassen. „Das Lukaskrankenhaus bewegt sich überhaupt nicht“, betont Karl-Heinz Baum (CDU), der den „Lukas“-Geschäftsführer Nicolas Krämer in die Mai-Sitzung des Planungsausschusses einbestellen soll – auf einstimmigen Beschluss der Mitglieder des Gremiums.

Das hatte mit der gleichen Mehrheit bereits im November die Verwaltung beauftragt, mit dem Krankenhaus an Lösungen für das Parkproblem zu arbeiten. Auf diesen Beschluss pocht auch Bürgermeister Reine Breuer. „Auch das Lukaskrankenhaus ist Teil einer Nachbarschaft und muss sich damit auseinandersetzen, wenn es Probleme gibt.“ Das Thema Parkplatz sei mehrfach platziert worden, man sei in Gesprächen. Ziel: eine Optimierung. „Das muss nicht unbedingt der Bau eines Parkhauses sein“, sagt Breuer.

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Als im Jahr 1907 die Pläne für den Bau der damals „städtischen Krankenanstalten“ an der heutigen Preußenstraße reiften, wurde das Projekt vorausschauend mit viel Land ausgestattet. 6,5 Hektar machen bis in die Gegenwart immer wieder Neu- und Erweiterungsbauten problemlos möglich. Für Krankenhaus-Leiter Krämer hat das bei Investitionsentscheidungen immer noch Vorrang. Aber er wehrt sich gegen den Vorwurf der „Bewegungslosigkeit“: Er habe Experten für Parkraum-Bewirtschaftung konsultiert, sagt Krämer. Ergebnis: „So lange es im Umfeld kein geschlossenes System gibt, die Menschen also dort parken dürfen, sehen diese die Wirtschaftlichkeit eines Parkhauses als nicht gegeben an.“

Am Johanna-Etienne-Krankenhaus wurde der Fall aber anders entschieden, gibt Karbowiak zu bedenken. Auch dort gibt es keine Parkraumbewirtschaftung in den angrenzenden Wohnstraßen oder ein ausgedehntes Anwohnerparken – und trotzdem wurde ein Parkhaus errichtet. „Und zwar ohne Druck eines Ratsbeschlusses“, sagt Karbowiak. Auch im Verwaltungsrat des „Lukas“ war ein Parkplatzbau schon Thema, bestätigt Michael Klinkicht (Grüne), der auch im Wirtschaftsausschuss des Hauses arbeitet. Eine Entscheidung sei aber in die Zeit nach Abschluss der Kanalsanierung an der Preußenstraße verschoben worden. Langfristig, sagt Klinkicht, „kommen wir um den Bau nicht herum“.