Plötzlicher Herztod - Herzwochen Neuss geben Tipps für den Ernstfall.

Veranstaltung in Neuss : Plötzlicher Herztod - Herzwochen Neuss geben Tipps für den Ernstfall.

Der plötzliche Herztod kann zu jeder Zeit jeden treffen. Das Thema geht jeden etwas an. Bei sechs Veranstaltungen beantworten die Deutsche Herzstiftung und das Team um den Kardiologen Michael Haude Fragen rund ums Herz.

Er berührt die Urangst des Menschen, der daher das Thema gern tabuisiert: der plötzliche Herztod. Er kann jederzeit überall jeden ereilen. Ohne Vorwarnung bricht ein Mensch zusammen, wird bewusstlos, das Herz stockt, der plötzliche Herztod tritt ein. Experten sprechen deutschlandweit von 65.000 Fällen pro Jahr. Wenn es junge, austrainierte Sportler trifft, produziert der dramatische Vorfall Schlagzeilen. Das ist aber selten. Weitaus gefährdeter sind Menschen mittleren und höheren Alters. Männer sind dreimal so oft betroffen wie Frauen.

Der plötzliche Herztod ist also ein wichtiges, aber unpopuläres Thema. Dennoch, oder gerade deshalb, haben die Organisatoren der sogenannten Herzwochen ihre Veranstaltungsserie in diesem Jahr dem bedrohlichen Ereignis gewidmet, über das relativ wenig gesprochen wird und das dennoch immer präsent ist. Dabei geht es natürlich auch um Fragen der Prävention, der „Vorboten“, der Ersten Hilfe und Lebensrettung sowie der Therapie nach überlebtem plötzlichen Herztod.

Gastgeber der sechs Herzwochen-Veranstaltungen hierzulande – in Neuss, Korschenbroich, Meerbusch, Kaarst, Dormagen und Grevenbroich – ist die Deutsche Herzstiftung im Rhein-Kreis Neuss, die in diesem Fall mit dem Rheinland Klinikum kooperiert. An den verschiedenen Standorten sind auch immer niedergelassene Kardiologen vor Ort als Referenten eingebunden. Die Organisatoren erwarten deutlich mehr als tausend Besucher bei den insgesamt sechs Terminen bis zum März nächsten Jahres. Zur Auftaktveranstaltung am Mittwoch, 13. November (18 Uhr, Sparkassen-Forum, Michaelstraße), in Neuss wird Bürgermeister Reiner Breuer als Schirmherr ein Grußwort sprechen.

Mentor und Motor der viel beachteten Veranstaltungsreihe ist Professor Michael Haude, seit mehr als dreizehn Jahren Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Lukaskrankenhaus in Neuss, das mit den Rhein-Kreis Kliniken in diesem Jahr zum Rheinland Klinikum fusioniert wurde, das zu den zehn größten kommunalen Krankenhäusern in Deutschland zählt. Haudes Ziel ist es, bei den Menschen ein Bewusstsein für Lebensrisiken und Lebensmöglichkeiten zu schaffen, die sie gern verdrängen. Er tingelt nun schon seit 2006 mit seinem Team durch die Städte des Rhein-Kreises, um über vorhandene Versorgungsstrukturen zu informieren.

Wer im Ernstfall wisse, wie er richtig handelt, könne Schaden abwenden. Mit Blick auf den plötzlichen Herztod formuliert der angesehene Kardiologe noch drastischer: „Falsch geht nicht!“ Im Ernstfall könne jeder die Notrufnummer 112 alarmieren sowie Wiederbelebung und Akuttherapie (Herzdruckmassage, Defibrillator) einleiten. „Mutig sein und Handeln“, fordert Haude, „das Einzige, was Sie falsch machen können, ist, keine Hilfe zu leisten.“ Diesen sehr praktisch orientierten Themenkomplex Notruf und Rettung beim plötzlichen Herztod stellt am Mittwoch Marc Zellerhoff, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Rhein-Kreis Neuss, den Besuchern im Sparkassen-Forum vor.

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