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Neuss: Platz am Romaneum ist fertig

Neuss : Platz am Romaneum ist fertig

Die Stadt ist um einen Treffpunkt reicher: Neben Markt und Münsterplatz ist seit Donnerstag auch der Platz am Romaneum zur Entdeckung und Eroberung freigegeben. Er soll auch die Entwicklung des Umfeldes neu beleben.

Experten wie die Gründer der Zukunftsinitiative Neuss (ZIN) sprechen dem Klarissenviertel seit Jahren das größte Potential unter allen Innenstadtquartieren zu — und machen das an einem Punkt fest: dem Romaneum und dem Platz davor. Dieser Anziehungspunkt werde der Stadt mehr Breite geben, den Menschen neue Wege aufzeigen und einen Impuls zur Entwicklung des gesamten Umfeldes vermitteln. Gestern wurde dieser Ort, der für Bürgermeister Herbert Napp das Zeug hat, "einer der schönsten Plätze in der Innenstadt zu werden", zur Eroberung durch die Neusser freigegeben.

Die jüngere Geschichte des Platzes zwischen Hymgasse, Brückstraße und der Straße Am Kehlturm verbinden die Neusser mit dem Omnibusbahnhof, der auf einer Brachfläche in der vom Krieg zerstörten Stadt angelegt wurde, mit (gescheiterten) Plänen für neue Wohnhäuser und dem über Jahre klaffenden Loch archäologischer Grabungen. Die legten offen, was heute Platz und Romaneum zu etwas Bedeutendem machen kann: Mittelalterliche Kellergewölbe, die im Foyer des Romaneum zu sehen sind, und die Grundrisse eines römischen Gasthauses aus dem dritten Jahrhundert. Diese 12 mal 22 Meter großen Fundamente sind über den historischen Funden im Platz dargestellt und können durch ein Sichtrohr, dem auffälligsten "Möbel" auf dem Platz zum Teil im Original betrachtet werden.

Diese römische Raststätte markiert für Planungsdezernent Christoph Hölters einen seit jeher gastlichen Ort in Neuss. Das ist er noch heute. Und die Lokale rund um den Platz waren die ersten, die die neue Weite am Romaneum für sich genutzt haben. Katrin Bobenhausen vom Planungsamt lässt wissen, dass die Gastronomie dort noch mehr Raum bekommen soll.

Mit dem Platz wurde der Stadt nicht nur ein neuer Treffpunkt gegeben, sondern auch ein Gelenk für neue Wegebeziehungen geschaffen. Er ist, so Hölters, ein Trittstein zwischen Hauptstraßenzug und Rennbahn einerseits, verbindet andererseits Markt und Kreishaus. Die Hymgasse, über Jahre vor allem eine Baustellenstraße, bekommt ihre Erschließungsfunktion zurück und wird vor allem für die Radfahrer interessant, so lange die letzte Lücke im Radweg nicht geschlossen ist, der sich wie eine "Schleife"unterhalb des Kehlturmes um das Romaneum legen soll. Dieses letzte Vorhaben wird erst im Herbst angegangen werden können.

Dass der Platz Anstrengungen zur Aufwertung des Umfeldes anstoßen wird, ist mehr als eine Hoffnung. Der Bauverein, der die letzte und seit dem Weltkrieg klaffende Baulücke an der Hymgasse schließen wird, hat den Bauantrag dafür jetzt eingereicht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So sieht der Platz am Romaneum aus

(NGZ/url)