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Pläne für „Pierburg alt“ lösen Flächentausch in Neuss aus

Änderung in Neuss : Pläne für „Pierburg alt“ lösen Flächentausch aus

Die Idee, die Industriebranche an der Stadtgrenze anders zu nutzen, hat Konsequenzen. Dazu hat jetzt der Bürger das Wort. Wie kam es zu dieser Entwicklung?

Die neunte Änderung des Regionalplanes steht an. Ausgelöst wurde das Verfahren durch den Wunsch der Stadt, die Brachfläche „Pierburg alt“ nicht mehr industriell nutzen zu wollen. Doch das löst eine Kaskade weiterer Entscheidungen aus, zu denen sich vor einer Entscheidung des Regionalrates Ende September zunächst mögliche Betroffene äußern dürfen. Ab sofort und noch bis zum 22. September läuft deshalb die Beteiligung der Öffentlichkeit. Die Planunterlagen liegen in dieser Zeit bei der Bezirksregierung, der der Regionalrat zugeordnet ist, und im Planungsamt des Rhein-Kreises aus.

Das ehemalige Produktionsgelände der Firma Pierburg im Barbaraviertel liegt seit 2014 brach. Der Projektentwickler Bema will auf der 5,5 Hektar großen Fläche ein gemischt genutztes Quartier entstehen lassen. Das kann die Bezirksregierung nachvollziehen. Denn, so heißt es in einer Mitteilung, „das Gelände ist aufgrund der immissionsschutzrechtlichen Rahmenbedingungen nur noch begrenzt für produzierendes Gewerbe nutzbar“. Also sollen Wohnungen und Büros entstehen. „Insbesondere die zentrale Lage an der Haltestelle ,Neuss Am Kaiser’ und die Innenstadtnähe sprechen für eine solche Flächenentwicklung“, heißt es aus der Bezirksregierung.

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Die Umwidmung dieser Fläche im Regionalplan hat Folgen. Weil der Bedarf an Wohnbaufläche damit für die Laufzeit des gerade genehmigten Flächennutzungsplanes gedeckt ist, ist ein Flächentausch geplant. Eine Fläche im Südosten von Grimlinghausen, bislang als Baugebiet vorgesehen, aber nie entwickelt worden, soll künftig als Freiraum- und Agrarbereich mit überlagerndem regionalen Grünzug gewidmet werden. Zusätzlich soll für die wegfallende Gewerbefläche „Pierburg alt“ Ersatz ausgewiesen werden – und zwar im „Hammfeld II West“.