Neuss: Pius-Kirche wird Baudenkmal

Neuss: Pius-Kirche wird Baudenkmal

Der Piuskirchplatz soll als Ensemble erhalten werden. Deshalb werden mit der Kirche auch vier weitere Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Problem ist das Salvatorianerkloster, das leer steht und saniert werden müsste.

Der Eintrag ist noch nicht bestandskräftig, doch die Tendenz ist klar: Die 1966 im Stadionviertel errichtete Kirche St. Pius X. wird zusammen mit vier weiteren Gebäuden rund um den Kirchplatz unter Denkmalschutz gestellt. Der Eintrag ist Ergebnis einer Prüfung des Amtes für Denkmalpflege im Rheinland, das einem Hinweis "aus der Mitte der Gemeinde" nachgegangen ist, wie Andreas Galland von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Neuss betont. Doch der Jubel in der Gemeinde ist geteilt.

Als in das erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstehende Quartier die neue Pfarrkirche gebaut wurde, wollten die Planer ein kirchliches Zentrum schaffen. Südlich des Gotteshaus entstanden Jugendheim, Kindergarten, Pfarramt mit Pfarrbücherei sowie Wohnungen für Priester und Kaplan. Der östlichste Bereich wurde schon bald für Salvatorianerpater eingerichtet, steht allerdings schon seit Jahren leer. Ungeheizt und inzwischen mit einem undichten Dach, ist dieser Teil eher ein Sanierungsfall, meint Monsignore Guido Assmann, Leitender Pfarrer im Seelsorgebezrik Neuss-Mitte. Er berichtet von Überlegungen, den Komplex abzureißen und dort für kirchliche Zwecke etwas Neues zu errichten. Doch das würde eine Unterschutzstellung deutlich erschweren.

Galland verteidigt den Einschluss all dieser Nachbargebäude vor allem mit städtebaulichen Gründen. Der Bebauungsplan ließe nach einem Abriss an dieser Stelle alles mögliche zu, sagt er. Doch dann würde sich der Platz und damit der Gesamteindruck, der aus Sicht der Behörde schützenswert ist, deutlich verändern.

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Die übrigen Subsidiargebäude, wie Pfarramt und Kindergarten heißen, sind nach Assmanns Darstellung in guter Nutzung. Das katholische Schulreferat, der Kreis-Katholikenrat sind dort angesiedelt. Der Pfarrsaal soll demnächst zu einem großen Teil dem benachbarten Kindergarten zugeschlagen werden, der sich so auf die Anforderungen für die Unterbringung von Kindern unter drei Jahren vorbereiten kann. Das sei sicher schmerzlich für die Nutzer des Pfarrsaales, sichere aber andererseits den Bestand des Kindergartens auf Jahre.

Die Unterschutzstellung der Kirche selbst begrüßt der verantwortliche Pfarrer. Als modernes Kirchengebäude sei die Papst Pius X. geweihte Kirche "sicher etwas Besonderes". Ein Grundriss in Form eines Doppelkleeblattes, der Baustoff Beton und eine einmalige Außenfassade, die dem Königsorden von Marco Sickel 2003 die Form gab. Vor allem aber, so sagt Assmann nicht zuletzt mit Blick auf regelmäßige Jugendgottesdienste, sei das Denkmal in "sehr lebendiger Nutzung".

(NGZ/rl)
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