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Neuss: Pilot freut sich aufs Schützenfest

Neuss : Pilot freut sich aufs Schützenfest

Der Neusser Max Ickler steuert bei der luxemburgischen Frachtgesellschaft Cargolux riesige Flugzeuge. Für das Bürger- und Schützenfest hat sich der 36-Jährige, der in Tansania geboren wurde, aber Urlaub genommen.

Max Ickler hat noch einen zweiten Namen: Jumapili. Das ist Suaheli und bedeutet "Sonntag". Der 14. Dezember 1975 war eben dieser Wochentag und da wurde Max Ickler in Moshi in Tansania geboren. So schnell kam er zu seinem Zweitnamen. Ebenso seine Schwester Gesa, die zusätzlich Alhamisi, also "Donnerstag" heißt. Ickler sagt schmunzelnd: "Die Behörden lachen sich immer noch kaputt, wenn ich da einreise."

Und das ist immer noch drei bis vier Mal im Jahr der Fall, wenn der 35-Jährige seine Eltern Ina und Peter Ickler in dem ostafrikanischen Land besucht und dabei in seinem eigenen Haus wohnt. Vater Peter arbeitet dort seit seiner Rückkehr vor zwölf Jahren weiterhin als Orthopäde, obwohl er schon pensioniert sein könnte.

Das ist für ihn Ehrensache: Das Krankenhaus, in dem sein Sohn zur Welt kam, war "das größte da in der Ecke", sagt Max Ickler. Ein zweites in der Hauptstadt Daressalam, das von der Christoffel-Blindenmission getragen wird, hat Peter Ickler mit aufgebaut.

Kurz nach der Geburt von Max Ickler zog die Familie wieder von Tansania nach Neuss, 1982 ging es wieder zurück nach Daressalam, 1987 wieder nach Neuss. Vielleicht wurde bei diesen Reisen schon der Grundstein für Max Icklers späteren Beruf gelegt, denn er wurde Pilot. Sechs Jahre arbeitete er für die Fluggesellschaft Eurowings, seit fünf Jahren für die Frachtgesellschaft Cargolux aus Luxemburg. "Da ist es komplett anders", berichtet Ickler.

"Früher habe ich in relativ kleinen Maschinen wie einem Candair-Jet mit gerade einmal 24 Tonnen Gewicht Passagiere geflogen, heute sind es in einer Boeing 747 mit 400 bis 445 Tonnen Gewicht meistens Kisten. Da kann ich mir die Ansagen über Lautsprecher sparen — es ist ja keiner da, der es hören will." Dabei zählt neben Tonnen von Autos, Handys oder Blumen aber manchmal auch lebende Fracht zu den Gütern: "Rennpferden sind ein großes Geschäft", sagt Ickler, "aber auch die brauchen keine Pilotendurchsagen."

Schanghai, Venezuela, Nowosibirsk, Peking — die Ziele, die der in Düsseldorf wohnende Exil-Neusser anfliegt, sind vielfältig. Rund 60 feste Destinationen hat Cargolux. "Der Mix ist ganz gut", sagt er. "Meistens haben wir zwei bis drei Tage Aufenthalt, manchmal auch nur 24 Stunden, sieben Tage sind die Ausnahme." Oft bleibt aber Zeit, um etwas von den Zielen zu sehen oder wenigstens ein wenig Laufen zu gehen, denn Ickler will fit bleiben — immerhin spielt er so oft es geht bei der DJK Rheinkraft Fußball.

Das ist aber natürlich nicht die einzige Verbindung zu Neuss, denn einen festen Termin im Jahr gibt es für jeden echten "Nüsser": das Bürger- und Schützenfest. Ickler: "Ich bin damit aufgewachsen und seit 1999 im Schützenlustzug ,Von nix kütt nix'. Und jetzt trifft man so viele Leute, die man kennt, dass man sich für die Zeit des Schützenfestes nix anderes vornehmen will." Damit ist klar: Ende August hat er Urlaub und wird noch ein paar freie Tage dranhängen, um "fit zu werden", sagt Ickler lächelnd.

(NGZ/rl)