1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Pierburg sagt Ja zu Neuss

Neuss : Pierburg sagt Ja zu Neuss

Der Automobilzulieferer Kolbenschmidt-Pierburg hat sich nach langen Verhandlungen entschieden: Der Konzern wird im Neusser Hafen ein neues Werk aufbauen. Geplant ist ein Investment in zweistelliger Millionenhöhe.

Jetzt ist es offiziell: Der Automobilzulieferer Kolbenschmidt-Pierburg (KSPG) hat sich für Neuss als zentrale Produktionsstätte entschieden, und bestätigt, dass auf dem ehemaligen Case-Gelände am Hafenbecken I ein neues Werk entstehen wird. "Ab 2014 werden die derzeitigen Produktionen in Neuss und Nettetal an einem neuen Produktionsstandort zusammengelegt", kündigt die KSPG-Gruppe an. Bislang hatte die Entscheidung unter Gremienvorbehalt gestanden.

Foto: stadthafen gmbh

Langes Ringen um Standort

Mit seiner Ankündigung bestätigt der Konzern einen Bericht unserer Zeitung, denn bereits vor gut zwei Wochen war aus Gewerkschaftskreisen die Nachricht über erfolgreiche Verhandlungen um den Neusser Standort durchgesickert. Pierburg kündigte gestern ein zweistelliges Millionen-Invest in Neuss an, Genaueres will der Konzern in der kommenden Woche bekanntgeben.

Mit der Entscheidung findet ein monatelanges Ringen um den Neusser Standort ein Ende — seit dem vergangenen Herbst war das ehemalige Case-Gelände an der Spitze der Hafenmole I im Gespräch als neuer Standort für Pierburg, der seine Neusser und Nettetaler Werke an einem Standort zusammenziehen will. Ein Vorkaufsrecht hatte sich Pierburg im Mai einräumen lassen und damit den städtischen Planern Hoffnung gemacht, dass das brachliegende Areal — immerhin knapp 89 000 Quadratmeter groß — bald neue Verwendung finden wird.

Schon lange wird dort nicht mehr produziert: 1997 lief der letzte Schlepper des Traktoren- und Landmaschinenherstellers Case vom Band. Die Fabrikhallen und Gebäude wurden von 1998 bis 2000 abgerissen, seit nunmehr zwölf Jahren läuft die Suche nach einem neuen Investor, seit 2005 unter der Regie der Stadthafen GmbH.

Jetzt also der Automobilzulieferer Pierburg, von dem es dem Vernehmen nach heißt, dass er auf der Fläche am Hafen nicht nur eine schnöde Halle, sondern ein architektonisch interessantes Werk aufbauen will. Dort sollen sowohl die 300 Mitarbeiter aus dem Neusser Stammwerk — derzeit an der Düsseldorfer Straße angesiedelt — und 400 Mitarbeiter aus Nettetal gemeinsam arbeiten.

Mit der Übernahme des Case-Geländes wird Pierburg zudem für einen Sicht- und Lärmschutzwall verantwortlich sein, denn gegenüber dem Werk sind auf lange Sicht Wohnhäuser geplant. Die Pläne für diese Aufschüttung stehen bereits: Zur Stadtseite gelegen, könnte längs der Hafenmole ein kleiner Inselpark für Spaziergänger angelegt werden. Den Zugang soll eine neue Brücke nahe des UCI-Kinos ermöglichen. Sie soll zudem dazu beitragen, dass Arbeiter, die per Bahn aus Nettetal nach Neuss anreisen, schnellen Zugang zu ihrem Werk haben.

(NGZ/rl)