Neuss: Pierburg gliedert „Pumpen“ aus

Neuss : Pierburg gliedert „Pumpen“ aus

Die Kolbenschmidt Pierburg AG will das internationale Geschäft forcieren. Außerdem ist geplant, das Pumpengeschäft auszugliedern. Der neuer Name wird "Pierburg Pump Technology" sein. Klar formuliertes Ziel: die Marktanteile zu erhöhen.

Neuss/Neckarsulm Wer den Regionalexpress am beschaulichen Bahnhof im schwäbischen Neckarsulm verlässt, ahnt kaum, was nur wenige Meter entfernt erdacht wird.

In einem durch Stahllamellen geschützten, blauen Gebäude an der Karl-Schmidt-Straße, und in direkter Nachbarschaft zu einem großen Standort von Audi, hat der Automotive-Konzern Kolbenschmidt Pierburg gerade sein neues Verwaltungsgebäude in die Höhe gezogen. Am Montag stellte die Gruppe im Vorfeld der "Internationalen Automobil Ausstellung" (IAA) seine neuen Ziele vor.

Eine für die Quirinusstadt wichtige Neuerung: Die Pumpensparte soll künftig unter dem Namen "Pierburg Pump Technology" (PPT) zusammengefasst werden. Für den Standort Neuss ändere sich nichts, versicherte Udo Nenning, Geschäftsführer der neu gegründeten Sparte.

Er hofft, dass seinem Ressort durch die Ausgliederung größere Aufmerksamkeit zuteil wird. Das Produktspektrum des Geschäftsbereichs umfasst alle bisher vom Unternehmen angebotenen Wasser-, Öl-, und Vakuumpumpen.

Der Pierburg Pump Technology GmbH werden die Standorte und Werke in Hartha (Deutschland), Thionville (Frankreich), Livorno und Lanciano (Italien), Rugby (Großbritannien) und Nova Odessa (Brasilien) unterstellt. Nennings großes Ziel: "Wir wollen unsere Marktanteile erhöhen." Bis 2010 soll der Umsatz von

Neue Generation

jetzt 344 Millionen Euro auf 425 Millionen Euro gesteigert werden. Das soll mit Innovationen geschehen. Etwa mit der neuen Generation einer Hochgeschwindigkeits-Kühlmittelpumpe, die zur CO2-Reduzierung beitragen soll. Ein zweiter Fokus liegt auf dem internationalen Geschäft, das ausgebaut werden soll. In Indien hat das Unternehmen gerade ein Grundstück erworben, auf dem eine Fabrik für Pumpen und Abgasrückführventile entstehen soll.

Ein Standort also, der mit Neuss konkurrieren wird? Das verneinen die Pierburg-Verantwortlichen. "Indien ist nicht interessant für den Export, dort werden aber in Zukunft zahlreiche moderne Motoren verkauft werden", sagt Dr. Hans-Joachim Esch, Pierburg-Chef. Dass allerdings sehr deutlich der Kostendruck wächst - steigende Rohstoffpreise, steigende Kundenwünsche -, daraus macht Esch keinen Hehl.

Auch im Pumpenbereich strebt das Unternehmen übrigens nach Indien - und nach Tschechien. Der Standort in Ústi sei längst zu klein geworden, erklärt Nenning in aller Deutlichkeit . Die westeuropäischen Werke sind dabei nicht immer eine Alternative: "Inzwischen schreiben manche Kunden schon vor, dass wir auf Niedrigkosten-Standorte ausweichen und dort produzieren sollen", setzt er seine Ausführungen fort.

(NGZ)
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