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Pierburg-Brücke in Neuss: Wassersportler rätseln über Angriffe

An der Pierburg-Brücke in Neuss : Wassersportler rätseln über Angriffe

Neusser Ruderer und Kanuten werden immer wieder bepöbelt und mit Steinen beschmissen. Sie hoffen, dass sich die Situation rund um die Pierburg-Brücke verbessert.

Für Julius Hartmann und seine Kollegen ist es unerklärlich. „Wir wissen einfach nicht, was das soll“, sagt der Jugendwart der Kanuabteilung der SG Holzheim. Er war es, der am vergangenen Montag die Polizei wegen einer Aktion rufen musste, die in schweren Verletzungen hätte enden können. Denn als die Kanuten an diesem Abend mit ihren fünf Booten unter der Pierburg-Brücke hindurchfuhren, wurden sie von einer rund siebenköpfigen Gruppe Jugendlicher mit Gegenständen und auch gezielt mit Steinen beworfen. Die Sportler wurden dabei nur knapp verfehlt.

Bei der Aktion handelte es sich keineswegs um einen Einzelfall. „Auch Pöbeleien müssen wir uns immer wieder anhören“, sagt Hartmann, wenngleich sich die Situation am Uferpark durch intensivere Kontrollen jüngst etwas verbessert habe.

Auch die Mitglieder des Neusser Rudervereins, mit denen sich die Kanuten einen Trainingsstandort an der Industriestraße teilen, hätten bereits Vergleichbares erlebt. Erst Ende September waren mehrere Ruderer des Vereins, ebenfalls an der Pierburg-Brücke, mit einem Stein beworfen worden.

Trainer und Zweiter Ruderwart Christian Stoffels kann nur den Kopf schütteln: „Das kann richtig gefährlich werden. Auch an den Booten kann ein schwerer Schaden entstehen“, sagt er. In der Vergangenheit seien die Sportler sogar schon von Anglern mit Steinen beschmissen worden, weil sie ihnen nah am Ufer in die Angelschnüre gefahren seien.

Was den Wasser-Sportlern von der Industriestraße ebenfalls ein Dorn im Auge ist, ist die regelmäßige Vermüllung des Geländes. In den umliegenden Sträuchern, aber auch teilweise auf dem Gelände selbst sei regelmäßig Unrat zu finden, wie ein Vereinsmitglied sagt, das namentlich nicht genannt werden möchte.

Ein weiterer Kritikpunkt richtet sich an die Klientel, die in dem Bereich offenbar regelmäßig Drogen konsumiert. „Manche Trainer und Kinder haben mittlerweile Angst“, sagt das Vereinsmitglied. Vor allem aber die Drogenproblematik hat sich laut Julius Hartmann in den vergangenen Wochen und Monaten verbessert. So habe man zum Beispiel Marihuana-Geruch früher häufiger wahrgenommen. Die Stadt will den Bereich auch in Zukunft nicht aus dem Blick verlieren. So kündigt Ordnungsdezernent Holger Lachmann verstärkte Kontrollen an.

Wer Hinweise zu den Steine-Werfern geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden (021313000).